Hauptverhandlung gegen Aderlass-Arzt dürfte im Herbst starten

In der 145-seitigen Anklageschrift sind mehr als 30 Zeugen, darunter zahlreiche Sportler, benannt worden. 23 Athleten wurde bei den Ermittlungen Blutdoping nachgewiesen.

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München - Im internationalen Blutdoping-Skandal um den Erfurter Mediziner Mark S. dürfte noch in diesem Jahr der Prozess anstehen. "Die Anklage ist zugelassen, das Hauptverfahren ist eröffnet", teilte Florian Gliwitzky vom Landgericht München am Donnerstag mit.

Die Kammer habe bisher noch keine Termine offiziell gemacht. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Hauptverhandlung noch im Herbst 2020 beginnt. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft München II hatte Mitte Dezember 2019 Anklage gegen Mark S. und vier Helfer erhoben. Ihnen wird unter anderem gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Anwendung verbotener Dopingmethoden beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen.

Seit 2011 weltweit Blutudoping betrieben

In der 145-seitigen Anklageschrift sind mehr als 30 Zeugen, darunter zahlreiche Sportler, benannt worden. 23 Athleten wurde bei den Ermittlungen Blutdoping nachgewiesen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Sportarzt seit Ende 2011 regelmäßig und in einer unbekannten Anzahl von Fällen weltweit Blutdoping betrieben hat.

Während der Nordischen Ski-WM in Seefeld hatten österreichische und deutsche Behörden Ende Februar 2019 Razzien durchgeführt, unter anderen auch bei dem Erfurter Mediziner. Im Zuge "Operation Aderlass" wurde auch die Verwicklung mehrerer österreichischer Sportler zutage gefördert, darunter die Radprofis Georg Preidler und Stefan Denifl sowie die Langläufer Max Hauke, Dominik Baldauf, Johannes Dürr und Harald Wurm. (APA/dpa)


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