Hausbesetzung in Innsbruck: Eigentümer zog Antrag auf Auflösung zurück

Eine Gruppe von etwa 30 Besetzern kritisiert mit ihrer Aktion in der Kapuzinergasse den Leerstand in Innsbruck, die hohen Mieten und das Fehlen von Räumen ohne Konsumpflicht. Der Eigentümer stellte zunächst einen Antrag auf polizeiliche Auflösung – zog diesen später aber in Absprache mit den Besetzern zurück.

Die Besetzer fordern, die Räume für die Bevölkerung zu öffnen.
© Screenshot/Twitter/Kapuze2

Innsbruck – Seit Freitag wird ein Haus in der Kapuzinergasse 14 in Innsbruck besetzt. Das Gebäude hatte jahrelang leer gestanden. Die Besetzer kritisieren in einem Flugblatt den Leerstand in Innsbruck, die hohen Mieten und das Fehlen von Räumen ohne Konsumpflicht.

Die besetzten Räumlichkeiten sollen jetzt für die Bevölkerung geöffnet werden, so die Forderung. Interessierte und solidarische Menschen sind laut den Besetzern eingeladen, „vorbeizukommen und sich in der ,Kapuze' einzubringen".

Es ist die erste Besetzung in Innsbruck seit zwölf Jahren: Zuletzt wurde im April 2008 die alte Talstation der Hungerburgbahn kurzzeitig besetzt.

Aktuelle Infos gibt die Gruppe auf dem Twitterkanal „kapuze2":

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Hausbesitzer zog Antrag auf Auflösung zurück

Die Polizei gab Sonntagfrüh bekannt, dass sie am Samstag gegen 13.20 Uhr über die Besetzung informiert worden war. Der daraufhin verständigte Hausbesitzer stellte zunächst einen Antrag auf Auflösung der Besetzung.

Als die Polizei am Abend die etwa 30 Personen mehrfach zum freiwilligen Verlassen des Hauses aufforderte, zog der vor Ort anwesende Hausbesitzer in Absprache mit den Besetzern seinen Antrag zurück. Weitere Gespräche dazu folgen am heutigen Sonntag. Die Polizei zog sich daraufhin zurück.

Statement von Liste ALI

Mesut Onay, Gemeinderat der Alternativen Liste Innsbruck, gab auf seiner Facebook-Seite am Samstag sein Statement zur Besetzung: „Ich war gerade im Haus und konnte mich überzeugen, dass das Haus in einem sehr sauberen Zustand ist, und die HausbesetzerInnen friedliche, junge Menschen sind, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie das Recht auf bezahlbaren Wohnraum in Innsbruck durch Politik und Immobilienwirtschaft zugrunde gerichterichtet wird. Von den HausbesetzerInnen geht keine Gefahr aus."

Er hoffe auf einen „verantwortungsbewussten, deeskalierenden Umgang mit der Situation". Am Sonntagvormittag werde man als Delegation vor Ort sein und von den Gesprächen berichten. (TT.com)


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