Der Abstiegskampf bleibt für die WSG ein Tanz auf der Rasierklinge

Mit dem 1:1 gegen St. Pölten schüttelte die WSG Tirol die Rote Laterne ab. Am Samstag beginnt mit dem Heimspiel gegen Altach die Woche der Wahrheit.

Nach dieser Attacke am starken WSG-Joker Kevin Nitzlnader sah St. Pöltens Nico Gorzel Gelb-Rot – der „Nitzi“ belebte indes nach seiner Einwechslung das Spiel der Tiroler.
© gepa

Von Alex Gruber

Wattens – Nach der nächtlichen Heimkehr aus Niederösterreich um 4 Uhr morgens stand am Mittwoch seitens der WSG wieder Regeneration bzw. Spielersatztraining auf dem Programm. Und Coach Thomas Silberberger, der beim Verbandswechsel weilte, blick­te im hautengen Kampf um den Klassenerhalt schon wieder voraus: „Am Samstag müssen wir mit aller Kraft Alt­ach schlagen. Das wäre mega.“

„Mega“, wenn man so will, war in St. Pölten auch die Leistung eines bescheidenen WSG-Jokers, der nicht oft zum Zug kommt: Kevin Nitzlnader holte auf der linken Flanke einen Ausschluss (Gorzel) heraus, bereitete zwei Topchancen durch Kelvin Yeboah und Stefan Maierhofer (Matchball in der Nachspielzeit) vor und schien im Gegensatz zu vielen anderen überhaupt keine Nervosität zu zeigen. „Wenn ich ihn brauche, ist er da. Ich habe mich sehr gefreut für ihn“, streichelte Silberberger den „Nitzi“. Im Wissen, dass der „Tanz auf der Rasierklinge“ in den verbleibenden drei Runden weitergeht: „Nerven wie Drahtseile werden ausschlaggebend sein.“

⚽ Das Restprogramm im Abstiegskampf

  • SV Mattersburg (18 Punkte): Admira (h), WSG Tirol (h), Austria (a)
  • SKN St. Pölten (16): Austria (a), Admira (a), Altach (h)
  • WSG Tirol (15): Altach (h), Mattersburg (a), Admira (h)
  • FC Admira (14): Mattersburg (a), St. Pölten (h), WSG Tirol (a)

Als „extrem“ bezeichnet auch Sportmanager Stefan Köck die Anspannung auf der Bank, den fragwürdigen Elferpfiff wie Ausschlüsse auf beiden Seiten – jener von WSG-Abwehrchef Bruno Soares war mindestens genauso unnötig – habe eh jeder gesehen: „Man merkt, dass Drucksituation und englischen Wochen Fehler provozieren. Wir haben in St. Pölten phasenweise auch zu viel unterereinander diskutiert. Das haben wir in der Pause abgestellt. Und am Ende war der Punkt eine Willensgeschichte“, lobt „Köck“ das stetige Wieder-Aufbäumen in den grünweißen Reihen. Denn jede Runde – Ausfall von Rechtsverteidiger Fabian Koch, jetzt die Sperre von Soares (der insgesamt vierte WSG-Platzverweis in der Quali-Runde!) – komme etwas dazu.

Zuletzt angeschlagene Leistungsträger wie Felix Adjei oder möglicherweise auch Ione Cabrera sollten im Saisonfinish liefern – so wie es der „Nitzi“ vorexerziert hat: „Gut, dass wir St. Pölten im Abstiegs-Spiel gehalten haben. Wir haben alles noch selber in der Hand.“

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