Handel erholt sich nicht, auch im Juni Umsatzeinbußen

Kundenfrequenz und Umsätze sind im Handel immer noch um ein Viertel niedriger als im Vorjahr. Die Staatliche Unterstützungen kommen nun an.

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Wien – Der Handel hat sich fast zwei Monate nach der Aufhebung der coronabedingten Geschäftsschließungen immer noch nicht stabilisiert. Auch im Juni verzeichneten die Betriebe im Schnitt Umsatzverluste von 25 Prozent sowie eine um mehr als ein Viertel niedrigere Kundenfrequenz im Vergleich zum Vorjahr, ergab eine Erhebung des Handelsverbandes. Besonders schlecht ist es um den Modehandel bestellt.

Seit 2. Mai dürfen in Österreich alle Geschäfte wieder offen haben. Am 15. Juni fiel auch die Maskenpflicht. Doch so richtig in Schwung kommt das Geschäft nicht. Fast alle Bekleidungs- und Schuhgeschäfte (96 Prozent) rechnen im Gesamtjahr mit Umsatzeinbußen, allein im Juni verzeichneten sie einen Umsatz- und Frequenzrückgang von je 40 Prozent. Jeder fünfte Betrieb musste bereits Mitarbeiter kündigen, mehr als ein Viertel wird in den kommenden 12 Monaten noch Stellen streichen. Mit Airfield, Colloseum, Dressmann, Haanl und Stefanel gab es heuer auch schon zahlreiche Pleiten im Modehandel.

Mehr als ein Viertel noch mit Kurzarbeit

Mehr als ein Viertel der Händler nimmt nach wie vor die Corona-Kurzarbeit für zumindest einen Teil der Belegschaft in Anspruch. Jeder zehnte Betrieb hat bereits Mitarbeiter gekündigt. 14 Prozent haben geplant, in den nächsten 12 Monaten Stellen zu streichen. Die Erhebung wurde von 18. bis 24. Juni unter 140 Händlern (32 stationäre Händler, 17 Online-Händler und 91 Omnichannel-Händler) aller Größenklassen aus dem Kreis der 3.000 Mitglieder des Handelsverbandes durchgeführt.

Von den Handelsfirmen wurden insbesondere die Corona-Kurzarbeit und Steuerstundungen in Anspruch genommen. Verbesserungsbedarf orten die befragten Händler beim Härtefallfonds sowie beim Fixkostenzuschuss. "Generell haben mittlerweile zumindest 58 Prozent der Händler das Gefühl, dass die staatlichen Unterstützungsleistungen nun auch bei den betroffenen Unternehmen ankommen - wenn auch zeitverzögert. Wir Händler müssen uns das Licht am Ende des Tunnels hart erarbeiten", sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Donnerstag laut einer Aussendung.

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Rund ein Viertel der Händler hat die Nutzung des Verlustrücktrags geplant. Unternehmen sollen Verluste des Jahres 2020 mit Gewinnen aus den Jahren 2018 und 2019 ausgleichen können. Ein Drittel möchte überdies die Investitionsprämie in Anspruch nehmen. (APA)


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