Facebook: Organisatoren von Boykott-Kampagne erhöhen Druck

Facebook-Cef Mark Zuckerberg will einlenken. Viele Firmen zweifeln aber an seinen Ankündigungen.

Wohl unter dem wachsenden Druck kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Freitag in einem Livestream an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen
© Rinke/Reuters Andreas

Menlo Park – Die Organisationen der Werbeboykott-Kampagne #StopHateForProfit erhöhen den Druck auf Facebook. Sie rufen nun auch europäische Unternehmen dazu auf, sich an der Aktion "Stop Hate for Profit" zu beteiligen, sagte ein Vertreter der Bürgerrechtsorganisation. Zuvor hatten bereits mehr als 160 US-Konzerne Werbeanzeigen bei Facebook gestoppt, um die Online-Plattform damit zu einem stärkeren Vorgehen gegen rassistische und gewaltverherrlichende Inhalte zu bewegen.

Dazu zählt auch der amerikanische Mobilfunkbetreiber Verizon. Das Unternehmen wirft dem sozialen Netzwerk vor, zu wenig gegen die Verbreitung von Hassrede, Falschinformationen und Mobbing auf seinen Plattformen zu tun. Facebook hatte nach dem Werbeboykott bereits einen neuen Umgang mit Inhalten angekündigt, die gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks verstoßen.

"Ich stehe gegen Hass und alles, was zu Gewalt anstachelt",

Wohl unter dem wachsenden Druck kündigte Mark Zuckerberg am Freitag in einem Livestream an, künftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen, Falschmeldungen unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl zu löschen sowie die Standards für Werbung zu erhöhen. "Ich stehe gegen Hass und alles, was zu Gewalt anstachelt", sagte Zuckerberg am Firmensitz in Palo Alto, in dem er die geplanten Maßnahmen seines Unternehmens ankündigte.

Doch einige Unternehmen äußerten Medienberichten zufolge anschließend Zweifel daran. "Wir glauben nicht, dass Facebook gewalttätige und spalterische Reden auf seinen Plattformen effizient verwalten wird", schrieb Hershey in einer von der US-Zeitung "USA Today" zitierten Erklärung. "Trotz wiederholter Zusicherungen von Facebook, Maßnahmen zu ergreifen, haben wir keine bedeutsamen Veränderungen gesehen."

Die Aktien von Facebook und auch Twitter gerieten am Freitag mit dem sich ausweitenden Boykott stark unter Druck. Facebook verlor gut acht Prozent, was der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge einem Wertverlust von 56 Milliarden Dollar (etwa 53 Milliarden Euro) entsprach. Zuckerberg habe damit sieben Milliarden Dollar seines Privatvermögens eingebüßt. (APA, Reuters)


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