Schutzzone in der Innsbrucker Mentlgasse ab Anfang Juli in Kraft

Mit der Einrichtung einer Schutzzone habe die Polizei nun deutlich mehr Kompetenzen, um gegen Missstände im Viertel vorzugehen. Monatelanges polizeiliches Bemühen und soziale Maßnahmen hätten die Situation bisher nicht nachhaltig verbessert, berichtet die Polizei.

Die Mentlvilla in Innsbruck/Südbahnstraße ist Notschlafstelle und Tageszentrum für Suchtkranke.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Die Errichtung einer Schutzzone rund um den „Hotspot“ Mentlgasse in Innsbruck ist besiegelt. Wie die Landespolizeidirektion am Montag bekannt gegeben hat, tritt sie mit 1. Juli in Kraft und gilt bis Ende des Jahres täglich von 10 bis 22 Uhr.

„Das monatelange Bemühen der Polizei, verbunden mit sozialen Maßnahmen der Caritas und der Stadt Innsbruck" habe die Situation in dem Bereich „nicht nachhaltig verbessern" können, so Georg Köll von der Landespolizeidirektion. Die künftige Schutzzone diene nun insbesondere dem Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Größe der Schutzzone

Polizisten hätten nun die Möglichkeit, Personen, die in Verdacht stehen, eine strafbare Handlung zu begehen, aus der Zone wegzuweisen und mit einem Betretungsverbot für 30 Tage zu belegen, erklärt Polizeikommandant Martin Kirchler das Vorgehen. Eine Missachtung des Betretungsverbots führe zur Anzeige und letztlich zu Geldstrafen bis zu 1000 Euro, im Wiederholungsfall bis zu 4600 Euro. Auch Freiheitsstrafen bis zu vier Wochen könnten verhängt werden.

Innsbrucks Vizebürgermeister Johannes Anzengruber begrüßt die Entscheidung der Sicherheitsbehörde, wie in einer Aussendung informiert wurde. Er erwarte sich „eine Entspannung der Lage vor Ort". „Diese neue rechtliche Handhabe der Polizei wird mittel- und langfristig mehr Ruhe, Sicherheit und Lebensqualität für die Anrainer bringen“, so Anzengruber.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Ab Anfang Juli wird die neue Schutzzone von Beamten des Stadtpolizeikommandos Innsbruck, insbesondere der Inspektion Innsbruck-Saggen, intensiv überwacht. Für die ersten Tage ist außerdem ein Sicherheitsmobil vor Ort geplant, das der Bevölkerung mit Rat und Tat zur Verfügung stehen soll. Das sei auch die Gelegenheit, Anliegen näher zu bringen, so Kirchler. (TT.com)


Schlagworte