Suche nach Standort für „Hafen 2.0“ ist gescheitert

Der legendäre „Hafen“ ist seit 2019 Geschichte – nun haben die Betreiber auch die Suche nach einem neuen Standort aufgegeben. Im Büro von BM Willi zeigt man sich „überrascht“ und kündigt weitere Gespräche an.

Der Innsbrucker Hafen wird nicht an einer neuen Location neu aufleben.
© Michael Kristen

Innsbruck – Die Betreiber des 2019 geschlossenen Inns­brucker Veranstaltungszentrums „Hafen“ haben die Suche nach einem neuen Standort aufgegeben. Leider seien die Gespräche mit der Stadt „im Sand verlaufen“ – und so „war es uns nicht möglich, eine geeignete Location für den Hafen 2.0 zu finden“, ließen sie per Facebook wissen.

Auf TT-Anfrage spricht der langjährige Hafen-Betreiber Alfred Schmid von einem „bitteren Ende“ – und spart nicht mit Kritik: Man habe ein Jahr lang bei der Stadtpolitik „gebettelt“, aber offenbar sei trotz vollmundiger öffentlicher Ankündigungen nie der Wille da gewesen, dem Hafen eine Zukunft zu ermöglichen. Man sei vielmehr „hingehalten“ worden und habe am Ende nicht einmal mehr Termine beim Bürgermeister und anderen Stadtregierungsmitgliedern erhalten.

Dabei sei der Hafen ein „Vorzeigebetrieb“ gewesen, habe „25 Jahre lang nie eine Subvention beantragt“ und mit einem Mix aus kommerziellen und kulturellen Veranstaltungen gepunktet. „Wenn man uns zum Beispiel einen Grund zur Verfügung gestellt hätte, hätten wir selbstständig wieder etwas aufgezogen.“ Doch offenbar wolle die Stadt nicht in junge Kultur, sondern lieber „in aussterbende Klassik-Kultur“ investieren, meint Schmid. Nun sei „die Geschichte vorbei“: Das angemietete Lager fürs Equipment gebe man zurück, die Mitarbeiter, die man weiterhin bezahlt habe, würden einvernehmlich gekündigt. Die Standortsuche werde man nicht fortführen.

Im Büro von BM Georg Willi (Grüne) zeigte man sich gestern „überrascht“ und kündigte weitere Gespräche an. Die Entscheidung liege aber beim Hafen selbst. Die Stadt habe die ehemaligen Betreiber 
u. a. bei der „kostengünstigen Einlagerung“ des Equipments unterstützt. Zuletzt, vor der Corona-Krise, habe es zudem Gespräche über ein großes Open-Air-Festival am Marktplatz gegeben.

Die Junge Volkspartei warf Willi gestern mangelndes Engagement bei der Suche nach einer Location für Konzerte in Innsbruck vor. (md)


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