Blitzärmstes Halbjahr seit Messbeginn ging in Österreich zu Ende

In der ersten Jahreshälfte wurden heuer deutlich weniger Blitze verzeichnet als in den letzten Jahren. Der stärkste Blitz des Landes ging im Juni in Osttirol nieder.

Vergangenen Samstag sorgte die Kombination von Gewitter und Sonnenuntergang für ein Naturschauspiel am Tiroler Himmel. Dieses Leserfoto stammt aus Schönberg im Stubaital.
© Christian Singer

Innsbruck/Wien – Im Juni 2020 wurden österreichweit rund 175.000 Blitzentladungen erfasst, berichtet der Wetterdienst Ubimet am Mittwoch. Nach Angaben der Österreichischen Unwetterzentrale gab es in der ersten Jahreshälfte noch nie so wenig Blitze wie heuer – seit Beginn der modernen Blitzerfassung vor elf Jahren. Erstmals seit zehn Jahren führt außerdem Niederösterreich das Bundesland-Ranking vor der Steiermark an. Der stärkste Blitz des Landes wurde dagegen in Osttirol gemessen.

Niederösterreich führt vor Steiermark, stärkster Blitz in Tirol

Mit etwas mehr als 60.000 Blitzen führt Niederösterreich das Bundesland-Ranking an, gefolgt von der Steiermark mit 45.000. An letzter Stelle befindet sich mit Wien das flächenmäßig kleinste Bundesland. Die höchste Blitzdichte gab es in Dornbirn mit knapp 10 Blitzen pro Quadratkilometer, gefolgt von den Bezirken Südoststeiermark und Weiz.

⚡ Die blitzreichsten Bundesländer im Juni 2020:

  1. Niederösterreich (60.640)
  2. Steiermark (45.165)
  3. Oberösterreich (26.092)
  4. Tirol (14.260)
  5. Vorarlberg (9108)
  6. Burgenland (8632)
  7. Kärnten (5496)
  8. Salzburg (4090)
  9. Wien (1067)

▶️ Österreich Gesamt: 174.550 (Blitzdichte 2,08 Blitze/km²)

Tirol liegt im Bundesland-Ranking im Mittelfeld, verzeichnete jedoch den stärksten Blitz. Die Kraft von Blitzen wird über die Stromstärke in der Einheit Ampere angegeben. „Spitzenreiter ist eine Entladung mit rund 306 Kiloampere am Nachmittag des 25. Juni in Anras“, so Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „In kürzester Zeit wurde dabei fast 20.000 mal mehr Energie freigesetzt, als in einer haushaltsüblichen Steckdose mit 16 Ampere verfügbar ist.“

Juni beendet blitzarmes Halbjahr

„Im Juni 2020 wurden etwa 100.00 Blitze weniger als im Vorjahr registriert, der relativ durchschnittlich abgeschlossen hatte“, analysiert Spatzierer. Im Juni 2018 wurden dagegen fast 450.000 Blitze beobachtet.

Nicht nur der Juni, sondern vor allem auch der Mai waren heuer sparsam mit Gewittern, berichtet die Ubimet. Auch wenn es weniger Blitze als üblich gab, waren einige Gewitter aber durchaus heftig. (TT.com)


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