Nach Germanwings-Absturz 2015: Gericht wies Klage der Angehörigen ab

Fünf Jahre nach dem Germanwings-Absturz in den französischen Alpen klagen mehrere Hinterbliebene auf weiteres Schmerzensgeld. Doch das Landgericht Essen weist das ab – Lufthansa muss keine weiteren Zahlungen an die Familien der Opfer leisten.

Eine schwarze Schleife mit der Flugnummer „4U9525" ist an der Gedenkstätte in Stein gemeißelt.
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Essen – Das Landgericht Essen hat eine Schadenersatz-Klage von Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes abgewiesen. In dem Prozess hatten die Angehörigen gegen den Germanwings-Mutterkonzern Lufthansa und eine Lufthansa-Flugschule in den USA geklagt. Ingesamt hatten sich Hinterbliebene von acht der insgesamt 150 Opfer für die Klage zusammengeschlossen.

Der damalige Pilot hatte seine Ausbildung in den USA trotz einer schweren Depression mit einer Sondergenehmigung beenden können. Weder die Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa noch eine Flugschule des Unternehmens seien nach Auffassung der 16. Zivilkammer des Gerichts für die fliegerärztliche Untersuchung des Piloten Andreas L. zuständig gewesen, sagte eine Sprecherin des Landgerichts. Diese gehöre vielmehr zum Kernbereich der Flugsicherheit und sei damit eine staatliche Aufgabe, für die das Luftfahrtbundesamt zuständig sei.

Die Lufthansa hatte den Angehörigen der Opfer bereits 10.000 Euro pro Person und je Todesopfer zusätzlich 25.000 Euro Schmerzensgeld gezahlt. Insgesamt beliefen sich die Zahlungen pro Opfer in Deutschland in den meisten Fällen auf über 100.000 Euro, erklärte der Konzern. Die Kläger forderten weitere Zahlungen sowie mehr Aufklärung. Der vorsitzende Richter erklärte: „Das Lufthansa Aviation Center kann nicht haftbar gemacht werden."

Der Flug 4U9525 war am 24. März 2015 auf der Route von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs, wo er nie ankommen sollte. An Bord befanden sich auch zahlreiche Schüler aus Haltern am See, die auf dem Rückweg eines Schülerautausches waren. (dpa)


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