Heftige Unwetter trafen Steiermark, Gefahr hält am Donnerstag an

Im Großteil Österreichs gingen am Mittwochabend kräftige Gewitter nieder, besonders die steirische Feuerwehr war im Dauereinsatz. Den stärksten Blitz verzeichnete dagegen Tirol.

Feuerwehren reinigten in der Steiermark verstopfte Kanäle und verschmutzte Straßen, pumpten Keller und Lichtschächte aus und beseitigten auf die Straße gestürzte Bäume sowie kleinere Vermurungen.
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Graz/Innsbruck – Über weiten Teilen Österreichs sind am Mittwochabend kräftige Gewitter niedergegangen. In Summe wurden laut dem Wetterdienst Ubimet mehr als 107.000 Blitze registriert, der stärkste davon in Tirol. Am schwersten getroffen haben die Unwetter jedoch die Steiermark, hier hielten Starkregen, Hagel und Sturmböen dutzende Feuerwehren auf Trab. Auch am Donnerstag herrscht noch einmal Unwettergefahr.

Auch im Tiroler Unterland waren viele Feuerwehren am Mittwochabend im Einsatz, wie hier auf einem Bauernhof in Kirchberg.
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Blitz-Hotspot Steiermark, stärkster Blitz im Pitztal

Im Hotspot Steiermark blitzte es am Mittwoch an nur einem Tag deutlich öfter als im gesamten vorangegangenen Halbjahr (64.661 am Mittwoch, 45.000 Blitze von 1. Jänner bis 30. Juni). Tirol liegt beim Bundesländervergleich im Mittelfeld, verzeichnete jedoch den stärksten Blitz: Dieser wurde mit einer Stromstärke von rund 222.000 Ampere in der Gemeinde St. Leonhard im Pitztal registriert.

⚡ Anzahl Blitze am Mittwoch im Bundesländervergleich:

  1. Steiermark (64.661)
  2. Niederösterreich (10.649)
  3. Burgenland (9450)
  4. Tirol (6332)
  5. Oberösterreich (6258)
  6. Kärnten (5746)
  7. Salzburg (2883)
  8. Vorarlberg (1368)
  9. Wien (79)
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Schäden im Großraum Graz, dutzende Feuerwehren im Einsatz

Fast alle steirischen Bezirke verzeichneten in der Nacht Unwetterschäden. Rund 350 Wehren mit rund 1300 Feuerwehrleuten waren vor Ort, um die Schäden zu beseitigen. Keller mussten ausgepumpt, Straßen geräumt werden.

Ein einsatztechnischer Hotspot war laut Landesfeuerwehrverband der Großraum Graz und Umgebung. Branddirektor-Stellvertreter Heimo Krajnz von der Berufsfeuerwehr zufolge waren 80 Mann mit der Bergung von Menschen aus Aufzügen und dem Auspumpen von Kellern beschäftigt. Weiters musste ein Pkw gesichert werden, der in den Thalbach zu stürzen drohte. Durch das rasche Absenken des Mühlganges – die Wassermassen des Thalbaches wurden in den Mühlgang umgeleitet – konnte eine Eskalation der Lage verhindert werden, sagte Krajnz. Auch die Freiwillige Feuerwehr Graz war im Einsatz. Schäden waren außerhalb der Landeshauptstadt vor allem im Bereich Thal, Hitzendorf, Steinberg-Rohrbach bzw. Berndorf zu verzeichnen.

Auch bei den Regensummen stachen in der vergangenen Nacht steirische Wetterstationen hervor.
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In der Oststeiermark verhinderte das Unwetter die Austragung des Bundesliga-Spiels von Hartberg gegen den WAC. In Riegersburg im Bezirk Südoststeiermark schlug ein Blitz gegen 20.30 Uhr in ein Zweifamilienhaus ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Der Besitzer des Hauses (48) roch den Brand sofort und unternahm mithilfe von zwei Feuerlöschern erste Löschversuche. Dabei erlitt er eine leichte Rauchgasvergiftung, die Rettung brachte ihn ins Krankenhaus. Die von Nachbarn verständigte Freiwillige Feuerwehr Riegersburg konnte den Brand in der Folge rasch löschen.

Auch am Donnerstag Unwettergefahr

Im Vorfeld einer Kaltfront über Deutschland kündigen sich auch am Donnerstag wieder teils kräftige Gewitter an, warnt die Ubimet. „Los geht es im Laufe des Nachmittags im gesamten Bergland, später ziehen dann auch in Oberösterreich kräftige Gewitter von Bayern her durch“, prognostiziert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Österreichischen Unwetterzentrale. „Zum Abend hin können sich die Gewitter auch auf das Grazer Becken ausbreiten, geringer ist die Gewittergefahr heute im Nordosten.“ (APA/TT.com)


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