Deutsche Bank will Wirecard Bank finanziell unterstützen

Die Deutsche Bank wollte die Höhe der möglichen Unterstützung nicht nennen. Die Japanische Softbank-Holding hat Partnerschaft mit Wirecard indessen beendet.

Die Deutsche Bank zeigt Interesse an Wirecard Bank
© Reuters

Berlin, Aschheim, Minato – Die Deutsche Bank will der Wirecard Bank nach dem Bilanzskandal des Mutterkonzerns Wirecard möglicherweise finanziell unter die Arme greifen. "Wir können uns grundsätzlich vorstellen, im Rahmen der Fortführung der Geschäftsaktivitäten diese Unterstützung zu gewähren, sofern es erforderlich werden sollte", sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher am Donnerstag auf Nachfrage. Der Konzern sei dazu in Abstimmung mit der Finanzaufsicht Bafin, dem vorläufigen Insolvenzverwalter von Wirecard und der Wirecard Bank selbst.

Wie genau die Deutsche Bank eine solche Unterstützung gewähren würde und um welche Größenordnung es sich handelt, wollte der Sprecher nicht sagen. Wirecard hatte vergangene Woche nach einem milliardenschweren Bilanzskandal Insolvenz beantragt. Die zum Konzern gehörende Wirecard Bank ist von der Insolvenz nicht betroffen.

"Wer sind die Bösen und wer sind die Guten"

BaFin-Chef Felix Hufeld hat den Wirecard-Bilanzskandal indessen als eine massive Straftat bezeichnet. Mit einer enormen kriminellen Energie seien Unterlagen gefälscht worden, sagte Hufeld am Donnerstag bei einer Konferenz zu nachhaltiger Finanzierung, als er auf Wirecard angesprochen wurde. Jetzt müsse man aufklären, wer wen hinters Licht geführt habe.

"Wer sind die Bösen und wer sind die Guten, die der Herausforderung einfach nicht gewachsen waren", fragte Hufeld. Bisher wisse niemand darauf die Antwort. Eine der Lehren aus dem Skandal sei, die Bilanzkontrolle zu verbessern. Die BaFin, die Hufeld seit 2015 leitet, ist wegen des Wirecard-Skandals selbst massiv in die Kritik geraten.

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Wichtigster Partner beendet Kooperation

Wirecard verliert wegen seines Bilanzskandals den wichtigsten Partner für große Zukunftsprojekte. Der japanische Softbank-Konzern beendet die Kooperation mit dem am Abgrund stehenden Bezahldienstleister aus dem Münchner Vorort Aschheim, wie es am Donnerstag in informierten Kreisen hieß. Die im April 2019 verkündete Partnerschaft hatte zwei wesentliche Bestandteile: Ein dreistellige Millioneninvestition der Japaner, und die Vermittlung neuer Geschäftsmöglichkeiten, -partner und Kunden an Wirecard. Eine offizielle Stellungnahme von Softbank gab es nicht.

Anders als der Name vermuten lässt, ist Softbank keine Bank, sondern eine Holding, die sich unter Regie ihres Chefs Matayoshi Son rund um den Globus an Start-ups und Zukunftstechnologien beteiligt. Softbank wollte Wirecard unter anderem beim Markteinstieg in Japan und Südkorea behilflich sein. Darüber hinaus waren Geschäftspartnerschaften von Wirecard mit mindestens sechs Firmen angedacht, in die Softbank investiert hat.

Softbank wollte zudem 900 Millionen Euro in Wirecard investieren, mit der Option, in fünf Jahren wichtiger Aktionär zu werden. In dem japanischen Unternehmen wurden jedoch kurze Zeit später Bedenken wach, nachdem die britische "Financial Times" mehrfach über Bilanzfälschungsverdacht bei Wirecard berichtet hatte. Softbank hatte die angekündigten 900 Millionen Investition in Wirecard daher nicht mehr mit Geld des hauseigenen Vision Fund finanziert, sondern mit Hilfe externer Geldgeber. Von daher drohen Softbank nach den Angaben auch keine finanziellen Verluste.

Fünf Tochterfirmen melden Insolvenz an

Unterdessen haben nach der Muttergesellschaft Wirecard AG nun fünf Tochterfirmen Insolvenz angemeldet. Wie das Münchner Amtsgericht am Donnerstag mitteilte, ist auch für diese fünf Firmen der Rechtsanwalt Michael Jaffe als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Wirecard hatte Anfang vergangener Woche mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Mrd.Euro eingeräumt, wenige Tage später folgte der Insolvenzantrag. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den zunächst zurückgetretenen und später vom Aufsichtsrat nachträglich fristlos gefeuerten Vorstandschef Markus Braun und andere Manager. (APA, Reuters, dpa-AFX, TT.com)


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