Nach Mord in Imst: Hunderte bei Demo gegen Femizide in Innsbruck

Unter dem Motto „Stopp den Femiziden!" zogen etwa 350 bis 400 Demonstranten am Freitag friedlich durch die Innsbrucker Innenstadt. Sie legten Blumen für das Mordopfer nieder – und sandten eine klare Botschaft aus.

Die Demonstration startete am frühen Abend bei der Annasäule.
© Michael Domanig

Innsbruck – Der gewaltsame Tod einer türkischstämmigen Imsterin in der vergangenen Woche war am Freitagabend Anlass für eine Protestkundgebung unter dem Motto „Stopp den Femiziden!" in der Innsbrucker Innenstadt. Etwa 350 bis 400 Teilnehmer waren dabei, die Demonstration verlief friedlich.

Wie berichtet, hat der Ehemann der 31-Jährigen in der Nacht auf Sonntag gestanden, seine Frau bei einem Streit gewürgt und dann mit einem Polster erstickt zu haben. Dann warf der 33-Jährige nach eigenen Angaben die Mutter des gemeinsamen Sohnes (zwei Jahre) in den Inn. Seit seinem Geständnis befindet er sich in der Innsbrucker Justizanstalt. Das Opfer war bereits seit vergangenem Donnerstagmorgen abgängig.

Friedlicher Protest, Corona-Regeln eingehalten

Zur Demonstration in Innsbruck hatten eine Reihe von Vereinen, migrantischen und Frauenorganisationen geladen. Die Teilnehmer starteten bei der Annasäule, passierten das Landesmuseum sowie den Hauptbahnhof und kehrten schließlich zurück in die Maria-Theresien-Straße.

Wie Einsatzleiter Christoph Kirchmair gegenüber der TT berichtete, verlief der Protest sehr friedlich. Die Teilnehmer zeigten sich demnach kooperativ und hielten den coronabedingten Sicherheitsabstand ein. Fast alle waren außerdem mit Schutzmaske unterwegs.

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Kein „Ehrenmord", sondern patriarchale Gewalt

Die Demonstranten legten Blumen für das Mordopfer nieder – und sandten eine klare Botschaft aus: Bei diesen und anderen Gewalttaten gegen Frauen handle es sich weder um „Ehrenmorde" noch um „Familiendramen", sondern um einen Ausdruck massiver patriarchaler Gewalt. Widerstand und Solidarität seien Pflicht. Die Suche nach dem Mordopfer läuft indes weiter. (TT.com)

Laut Polizei hielten sich die Demonstranten überwiegend an die Corona-Regeln.
© Michael Domanig

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