Maskenpflicht ignoriert: Fahrgäste in Frankreich prügelten Busfahrer hirntot

In einem französischen Ort nahe der Grenze zu Spanien wollen vier Menschen in einen Bus einsteigen – ohne Maske und Fahrschein. Als der Busfahrer ihnen die Fahrt verweigert, schlägt ihm einer davon auf den Hinterkopf. Die Konsequenzen sind fatal.

Auch in französischen Bussen herrscht Maskenpflicht.
© ALAIN JOCARD

Bayonne – Ein Übergriff auf einen Busfahrer im Südwesten des Landes sorgt derzeit in Frankreich für Entsetzen. Der 50-Jährige wurde für hirntot erklärt, wie mehrere Medien berichteten. Demnach hatte der Fahrer im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne am Sonntagabend vier Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Daraufhin soll die Gruppe den Fahrer attackiert haben.

Mehrere Menschen seien nach der Tat festgenommen worden, berichtete der Radiosender France Bleu in Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Ein Verdächtiger wurde nach dem Vorfall festgenommen, wie es von der Polizei in Bayonne im Südwesten Frankreichs hieß. Weitere gelten als flüchtig. Der Bus fuhr für einen Transportverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques.

Busfahrer in psychologischer Betreuung

Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen machten den Berichten zufolge Busfahrer des Verbunds von ihrem Recht Gebrauch, wegen hoher psychologischer Belastung ihre Arbeit temporär niederzulegen. Der Transport mit Bussen sei deshalb am Montag weitgehend lahmgelegt gewesen, berichtete France Bleu. Für die Busfahrer wurde demnach psychologische Betreuung bereitgestellt.

In Frankreich gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in der Corona-Pandemie eine Maskenpflicht. Vielerorts müssen Fahrgäste ihre Tickets zudem vorab am Automaten kaufen. (AFP)


Schlagworte