Tiroler Forensiker identifizierten verschwundenen Studenten in Mexiko

Fast sechs Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten haben Innsbrucker Forensiker die sterblichen Überreste eines der Opfer identifiziert. Die Entführung und mutmaßliche Ermordung ist immer noch ungeklärt.

Symbolbild.
© Viktor Cap

Mexiko-Stadt/Innsbruck – Fast sechs Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko haben Innsbrucker Forensiker die sterblichen Überreste eines der Opfer identifiziert. Wie der mexikanische Generalstaatsanwalt Omar Gómez Trejo am Dienstagnachmittag (Ortszeit) nach Medienberichten bei einer Pressekonferenz sagte, handelt es sich um Leichenteile von Christian Alfonso Rodríguez.

Die Experten des Instituts für Gerichtsmedizin an der Universität Innsbruck hatten zuvor bereits zwei Opfer anhand von Leichenteilen identifiziert. Gómez Trejo berichtete, dass er die Überreste persönlich als Diplomatengepäck nach Innsbruck gebracht habe. Am 19. Juni hätten die Tiroler Experten ihn dann informiert, dass die analysierten Knochenfragmente sterbliche Überreste von Rodríguez seien.

Tat bis heute ungeklärt

Die Entführung und mutmaßliche Ermordung der 43 Studenten ist immer noch ungeklärt. Um den Fall aufzuklären, stellte der mexikanische Präsident Andres Manuel López Obrador den Tätern im Februar sogar einen Straferlass in Aussicht. „Wir bitten jene, die an dem Vorfall beteiligt waren, zu sprechen", sagte López Obrador. Zugleich wies er die Generalstaatsanwaltschaft an, den Fall neu aufzurollen.

Die Entführung der Studenten hatte weltweit Empörung ausgelöst. Polizisten hatten die Lehramtsstudenten der Universität Ayotzinapa im September 2014 im Bundesstaat Guerrero verschleppt und dem Verbrechersyndikat Guerreros Unidos übergeben. Den offiziellen Ermittlungen zufolge wurden die jungen Männer getötet und verbrannt. Unabhängige Untersuchungen zweifeln das allerdings an. Die Einzelheiten und Hintergründe der Tat sind noch immer unklar. (APA)

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