Verbund und OMV errichten größte heimische PV-Anlage im Weinviertel

Die neue Anlage ist auch ein Pilotprojekt für Solarvorhaben auch im Ausland. Die OMV deckt damit ein Zehntel ihres Strombedarfs in Österreich. 2019 hat Österreich beim Sonnenenergie-Ausbau das bisher zweitstärkste Jahr hingelegt.

Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber, Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und OMV-Chef Rainer Seele am Mittwoch anlässlich der PK zum Baustart.
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Wien, Schönkirchen-Reyersdorf – Die Energiekonzerne Verbund (Strom) und OMV (Öl und Gas) errichten im Weinviertel nordöstlich von Wien für 10 Millionen Euro die größte Photovoltaik-Anlage Österreichs. Sie soll ein Zehntel des Stromverbrauchs der OMV Austria decken und auch als Pilotprojekt für weitere solche PV-Anlagen auch im Ausland dienen, erklärten die Vorstände der Unternehmen am Mittwoch.

Die Anlage wird von den beiden Unternehmen ohne Förderung von Land oder Bund je zur Hälfte finanziert, die Lebensdauer soll gut 40 Jahre betragen. Eine weitere Anlage wird für das Deponie-Gelände Mühlberg bei Altlichtenwarth (NÖ) im nördlichen Weinviertel erwogen. Im Ausland kämen etwa Rumänien, Norwegen oder Neuseeland in Frage, hieß es vor Journalisten.

Bereits Ende 2020 soll die erste Bauphase für die PV-Pilotanlage in Schönkirchen-Reyersdorf nahe Gänserndorf abgeschlossen sein. Bis dahin sollen auf einer 13,3 Hektar (133.200 Quadratmeter) großen OMV-Fläche die ersten 34.600 PV-Module aufgestellt werden, weitere 10.400 sollen bis Ende 2021 folgen. Ab Jahresende soll die Anlage aufs Jahr gerechnet 10,96 Gigawattstunden Solarstrom erzeugen, was etwa dem Verbrauch von 3400 Haushalten entspricht und umgerechnet rund 8000 Tonnen CO2 spart. Im Endausbau sollen dann 14,25 GWh erzeugt (4400 Haushalte) und 2400 Tonnen CO2 zusätzlich eingespart werden können.

2019 war bisher zweitstärkstes Photovoltaik-Ausbau-Jahr in Österreich

2019 hat Österreich beim Sonnenenergie-Ausbau das bisher zweitstärkste Jahr hingelegt - dem Bundesverband Photovoltaic Austria ist das aber zu wenig, er verlangt noch mehr Tempo. Voriges Jahr wurde an jedem Werktag im Schnitt alle elf Minuten eine Anlage errichtet, heuer sollte alle drei Minuten eine dazukommen, um die Ziele für 2030 zu erreichen, erklärte der Verband am Mittwoch.

2019 deckte der produzierte Sonnenstrom rechnerisch den Bedarf von 450.000 Haushalten, und der PV-Anteil am gesamten Stromaufkommen in Österreich betrug knapp drei Prozent.

Stagnation in Tirol

Ende 2019 war bundesweit eine PV-Leistung von circa 1,7 Gigawatt (GW) installiert. Allein voriges Jahr machte der Zubau 33 Prozent oder 247 Megawatt (MW) - bzw. rund 13.700 PV-Anlagen - aus, geht aus einem am Mittwoch vom Klimaschutz-, Umwelt- und Energieministerium präsentierten Bericht hervor. 2018 waren lediglich 186 MW an Leistung dazugekommen.

Bis 2030 sollen 11 GW zusätzlich installiert sein, daher müsse das Ausbautempo deutlich steigen, so der Verband. 2019 hätten fast alle Bundesländer ein Plus aufgewiesen, in Salzburg, der Steiermark und Tirol habe es eine Stagnation, teils Rückgänge gegeben. Hoffnungen setzt der Verband auf das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), der erste Entwurf soll demnächst vorliegen. (TT.com, APA)


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