Ein Drittel der Österreicher glaubt, Rassismus wird nicht ernst genommen

In einer Umfrage gab ein Fünftel der Teilnehmer an, Menschen je nach Herkunft unterschiedlich zu behandeln. Eben so viele glauben, dass Schwarze eher zu Kriminalität bereit sind.

Ein Demonstrant mit Mund-Nasen-Schutzmaskke bei einer "Black Lives Matter"-Protestaktion in London am 5. Juli 2020. Im Kampf gegen Rassismus gingen weltweit Hunderttausende Menschen auf die Straßen.
© JUSTIN TALLIS

Wien – Nur gut ein Drittel der Österreicher glaubt, dass Rassismus hierzulande ernst genommen wird und mehr als die Hälfte wünscht sich härtere Strafen gegen Rassismus. Allerdings behauptet ein Fünftel von sich selbst, Menschen je nach Herkunft unterschiedlich zu behandeln und fast eben so viele glauben, dass Schwarze eher zu Kriminalität bereit sind. Das geht aus einer Umfrage von research affairs hervor.

Demnach geben 11 Prozent an, dass Rassismus in Österreich sehr und 23 Prozent eher ernst genommen wird. Für 12 Prozent wird er eher und für weitere 6 Prozent gar nicht ernst genommen. Härtere Strafen gegen Rassismus wären für 55 Prozent wünschenswert, gegen Rassismus auf die Straße zu gehen, sind aber nur 25 Prozent bereit.

Fast ein Drittel der Österreicher (32 Prozent) glaubt, dass Polizisten Menschen aufgrund ihres Äußeren, ihres Namens, ihrer Kultur, Herkunft oder Religion schlechter behandeln. 17 Prozent haben das Gefühl, selbst schon rassistisch behandelt worden zu sein, weitere 29 Prozent kennen jemanden in ihrem Umfeld, dem das schon passiert ist.

Jede(r) Zehnte fürchtet sich vor Schwarzen

Ein Fünftel der Befragten sagt von sich selbst, Menschen je nach Herkunft unterschiedlich zu behandeln. Jede(r) Zehnte fürchtet sich etwas, wenn er oder sie Menschen mit schwarzer Hautfarbe auf der Straße begegnet und 19 Prozent glauben, dass Schwarze tendenziell eher zu Kriminalität bereit sind.

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Research affairs hat vom 22. Juni bis 3. Juli 500 Onlineinterviews durchgeführt mit repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren ausgewählten Personen. Die Schwankungsbreite beträgt plus/minus 4,5 Prozent. (APA)


Kommentieren


Schlagworte