Von Kitzbühel nach Berlin: Thiem trotz Tour-Pause im Dauer-Einsatz

Der 26-jährige Weltranglisten-Dritte hetzt aktuell "nur" von Einladungsturnier zu Einladungsturnier. Am Dienstag bestreitet der Niederösterreicher in Berlin sein erstes Rasenmatch seit über einem Jahr:

Dominic Thiem musste sich am Samstag bei seinem eigenen Turnier in Kitzbühel im Finale knapp geschlagen geben.
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Wien/Berlin - Sieht man sich die Frequenz von Dominic Thiem bei diversen Turnieren an, sieht es schon fast nach dem normalem Leben eines Tennis-Profis aus. Doch der 26-jährige Weltranglisten-Dritte hetzt aktuell "nur" von Einladungsturnier zu Einladungsturnier. Auch wenn er das Finale bei "seinem" Turnier in Kitzbühel verloren hat, Thiem zeigt sich schon bereit für den angepeilten ATP-Restart im August.

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Auch das Experiment in der langen Pause wegen der Coronakrise, die Oberkörper-Muskulatur um drei Kilo aufzubauen, scheint gelungen. "Ich hatte es zuvor noch nie probiert, richtig Muskelmasse aufzubauen. Es hätte auch sein können, dass es nicht passt, weil ich das Timing bei den Schlägen verliere, aber bis jetzt ist alles bestens", berichtete Thiem im Interview mit der "Presse am Sonntag". Er habe den Aufbau innerhalb von drei, vier Wochen geschafft.

Die Gefahr, dass man durch die Muskelmasse das Timing bei den Schlägen durcheinanderbringen könne, scheint nicht gegeben. Doch gerade die lange Pause hatte es erlaubt, dies auszuprobieren, meinte auch sein Vater Wolfgang Thiem in Kitzbühel. "Er hat jetzt einen guten Polster", so Thiem senior dazu.

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Kitz-Analyse viel "sehr positiv" aus

Das Resümee der Kitzbühel-Woche fiel am Samstag trotz des verlorenen Endspiels gegen Andrej Rublew aus Sicht seines Sohnes "sehr positiv" aus. "Ich habe vier richtig gute Matches gewonnen, heute war auch alles andere als schlecht", so Dominic Thiem gegenüber ServusTV. Und auch generell ist er mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. "Jetzt habe ich nächste Woche noch in Berlin vier Matches. Dann geht es hoffentlich in die Vorbereitung für die echte Tour, die wieder los geht."

Ob dies trotz weiter stark steigender Covid-19-Zahlen tatsächlich in den USA sein wird, ist noch nicht gesichert. Ebenso ungeklärt ist, ob Thiem in knapp zwei Monaten zur Titelverteidigung beim Generali Open nach Kitzbühel zurückkehrt.

Denn finden die US Open statt, dann wäre der Kitz-Termin in der zweiten Woche des Grand-Slam-Turniers in New York. Und schlägt sich Thiem bei den US Open sehr gut (zumindest Viertelfinale, Anm.), dann fällt der Tirol-Trip ins Wasser. Grand-Slam-Turniere werden fix im Ranking angeschrieben, auch im nun auf 22 Monate verlängerten Beobachtungszeitraum. Spielt man in dieser Zeit ein Event zweimal, zählt dann das bessere Abschneiden. Darum ist New York gerade für Thiem sehr wichtig. Vor einem Jahr schied der Lichtenwörther gleich in Runde eins aus, womit nur 10 Punkte aus dem Jahr 2019 zu Buche stehen.

"Erwarte in Berlin keine Wunderdinge"

Doch zunächst gilt es einmal, die Herausforderung Rasen/Hartplatz innerhalb weniger Tage zu überstehen. Beim vom Österreicher Edwin Weindorfer ausgetragenen "bett1Aces"-Schauturnier in Berlin wird zunächst auf Rasen im Steffi-Graf-Stadion, dann auf Hartplatz im Hangar 6 des Flughafens Tempelhof gespielt. Der vorgesetzte Thiem spielt auf beiden Schauplätzen zunächst das Halbfinale (Dienstag bzw. Samstag), dann entweder das Finale oder das Spiel um Platz 3 (Mittwoch bzw. Sonntag).

Thiem reiste Sonntagfrüh in die deutsche Hauptstadt und spielt am Dienstag auf Rasen. "Es wird mein erstes Match auf Rasen seit Wimbledon 2019, also vor über einem Jahr", sagte Thiem nach dem verlorenen Kitzbühel-Finale bei "Thiem's 7". "Ich finde die ganze Veranstaltung richtig lässig mit den zwei Locations, aber ich werde jetzt sicher vor allem beim ersten Match auf Rasen keine wirklichen Wunderdinge erwarten."

Thiems erster Gegner wird am Montag im Viertelfinale zwischen Altstar Tommy Haas (GER) und dem erst 18-jährigen Italiener Jannik Sinner ermittelt. Mit Matteo Berrettini (ITA), Roberto Bautista Agut (ESP) und Jan-Lennard Struff (GER) haben drei zuletzt auch in Kitzbühel angetretene Spieler für das Sechs-Mann-Feld genannt. Nick Kyrgios und Alexander Zverev haben für Berlin ja abgesagt. Auch bei den Damen wird nach gleichem Muster ein Turnier gespielt. (APA)


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