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„Das Stadtrad ist ein Rundum-Sorglos-Paket“

Seit 2019 ist Teresa Kallsperger Teil des Teams der Fuß- und Fahrradkoordination der Stadt Innsbruck. Im Interview erzählt sie, was zu ihren Aufgaben gehört, was Innsbruck noch braucht, um fahrradfreundlicher zu werden und warum sie selbst das Stadtrad nutzt.

"Die Räder sind immer verfügbar und ich kann mich darauf verlassen, dass sie funktionieren." - Teresa Kallsperger, Fuß- und Radkoordinatorin in Innsbruck.
© IVB/Berger

Frau Kallsperger, seit dem Frühjahr 2019 sind Sie Fuß- und Radkoordinatorin in Innsbruck – welche Aufgaben gehören zu Ihrem Job?

Teresa Kallsperger: Während die Arbeit meines Kollegen Christian Schoder, der aus dem Referat Tiefbau Planung kommt, das Technische und Bauliche betrifft, liegen meine Aufgaben im Bereich Strategie und Netzwerk. Ich bin gerade dabei, mit Unterstützung aus den verschiedensten Ämtern der Stadt den sogenannten Masterplan Radverkehr zu erstellen, in dem alle Maßnahmen gebündelt werden. Zu meinem Job gehört aber auch, mich regelmäßig mit Vereinen, Initiativen und ExpertInnen auszutauschen und Bewusstseinsarbeit zu leisten. Und ich koordiniere die Beantwortung der Bürgermeldungen zum Thema. Unter letzteren Punkt fallen auch Informationsveranstaltungen, Aktionen wie die Fahrradparade, die mehrmals jährlich stattfindet, und der Tiroler Fahrradwettbewerb, der gerade läuft.

Was hat sich seit Ihrem Amtsantritt getan – können Sie ein paar Beispiele nennen?

Kallsperger: Neu ist das Vorhaben, umfassende Maßnahmen in Sachen Fahrrad in dem bereits erwähnten Masterplan zusammenzufassen. Dazu haben wir im letzten Februar einen Fahrradworkshop organisiert, bei dem wir die Anregungen und Wünsche der Innsbrucker BürgerInnen zum Radnetz aufgenommen haben. Die Stelle für Radkoordination hat es ja vor 2019 schon gegeben und natürlich ist für den Radverkehr auch in den letzten Jahren einiges passiert. Über meine Stelle sollen nun aber alle Vorhaben und Projekte zusammenlaufen, um hier schneller und effektiver Dinge umsetzen zu können. Letztes Jahr haben wir zudem eine Reihe an Veranstaltungen organisiert, wie z.B. die Fachveranstaltung cycmobility Innsbruck, bei der wir eine Verkehrsplanerin aus Holland zu Gast hatten. Ein weiteres großes Anliegen ist die Verkehrsführung für RadfahrerInnen bei Baustellen.

Wo besteht noch Verbesserungsbedarf und welche Projekte stehen an?

Kallsperger: Wir brauchen mehr Radwege in der Stadt bzw. gilt es, Lücken im Wegenetz zu schließen. Das Wichtigste ist immer die Sicherheit der RadfahrerInnen – und der anderen VerkehrsteilnehmerInnen. Wo wir Lücken nicht schließen können, müssen wir für ein möglichst homogenes Geschwindigkeitsniveau sorgen. Es braucht aber auch Maßnahmen wie mehr Abstellplätze sowie Beschilderungen und Bodenmarkierungen sowie den Ausbau des Stadtrad-Systems. Priorität hat für mich auch die Kommunikation. Es reicht nicht neue Wege zu bauen, man muss auch kommunizieren, was wie, wo und warum gebaut wurde.

Wir brauchen mehr Radwege in der Stadt bzw. gilt es, einige Lücken im Wegenetz zu schließen.
Theresa Kallsperger

Ihrer Meinung nach, welche Rolle haben öffentliche Mietradsystem wie das Stadtrad im öffentlichen Verkehr?

Kallsperger: Das Stadtrad ist für mich in erster Linie eine ganz tolle Serviceeinrichtung für Einheimische wie für BesucherInnen. Das Stadtrad hat auch eine positive Außenwirkung, die signalisiert, dass Radfahren in Innsbruck einen hohen Stellenwert hat. Außerdem tragen die vielen Stationen, verteilt über die ganze Stadt, auch zur Bewusstseinsbildung für das Rad als Fortbewegungsmittel bei. Daneben ist es ein tolles Angebot als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr im Sinne der multimodalen Mobilität.

Nutzen Sie das Stadtrad selbst?

Kallsperger: Ja, ich bin sogar begeisterte Nutzerin! Ich habe das Stadtrad relativ bald nach meinem Umzug nach Innsbruck entdeckt und bin regelmäßig damit unterwegs. Für berufliche Wege nutze ich es nach Möglichkeit und für Veranstaltungen, wenn wir Materialien befördern müssen, greifen wir auch gern auf die Lastenräder zurück. Aber auch privat ist das Stadtrad oft praktisch. Zum Beispiel wenn mein privates Rad nicht verfügbar ist oder es in der Früh noch geregnet hat und das Wetter später am Tag doch zum Radfahren einlädt.

Warum nutzen Sie das Stadtrad?

Welche Vorteile hat es für Sie gegenüber einem eigenen Rad? Die Räder sind immer verfügbar und ich kann mich darauf verlassen, dass sie funktionieren. Sollte doch bei einem Rad ein Schaden sein, kann ich das melden und einfach ein neues nehmen. Für mich ist das Stadtrad ein Rundum-Sorglos-Paket.

Das Stadtrad auf einen Blick

• Entlehnung über die next-bike App oder die Hotline: + 43 512 90 80 69

• Jahresgebühr Vorteilstarif: mit IVB/VVT Jahres-, Semester- oder SL-Ticket um nur € 15,- Jahresgebühr, ansonsten € 25,-

• Nutzungsgebühren zum Vorteilstarif: Erste ½ h je Fahrt: € 0,-, zweite ½ h je Fahrt: € 1,-, jede weitere Stunde: € 2,-, 24 h: € 9,-

Alle Infos rund ums Stadtrad unter stadtrad.ivb.at

Anregungen willkommen: Die IVB und die Stadt Innsbruck sind stets bemüht, neue Stationen zu schaffen, um damit moderne Mobilität zu fördern. Fehlt Ihrer Meinung nach noch ein Standort? Die IVB freuen sich über Stadtrad-Standortwünsche. Einfach per Mail an: stadtrad@ivb.at


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