Renè Binder und das Rennfahren in Zeiten der Corona-Pandemie

Für den Zillertaler René Binder beginnt an diesem Wochenende endlich die Motorsportsaison. Mit einem polnischen Team geht es auf die Langstrecke.

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Im gelb-grünen Flitzer des polnischen Teams startet René Binder in die neue Saison.
© Inter Europol Competition

Von Alois Moser

Innsbruck, Le Castellet – Wer den Begriff „Inter Europol“ liest und im ersten Moment an internationale Polizeiarbeit denkt, ist auf dem Holzweg. Vielmehr handelt es sich dabei um ein polnisches Bäckereiunterhmen, das außerdem Hauptsponsor des gleichnamigen Motorsportteams ist, bei dem heuer der Zillertaler René Binder unter Vertrag steht. Ein Wechsel, der sich angesichts der radikalen Veränderungen der letzten Monate bereits jetzt bezahlt gemacht hat. Frei nach einem Roman des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez: Das Rennfahren in Zeiten der Corona-Krise ist ein anderes.

„Mein neues Team hat von Anfang an wirtschaftlich einen sehr stabilen Eindruck gemacht, und das hat sich auch während der ganzen Krise bewahrheitet“, ist René Binder mit seinem neuen Arbeitgeber hochzufrieden: „Das war besonders im Nachhinein ein großes Glück.“ Während andere Teams durch den völligen Stillstand und den damit verbundenen Einnahmenrückgang große Probleme hätten, sei die polnische Mannschaft „sehr stabil“. Der 28-Jährige selbst kniete sich unterdessen im Familienunternehmen hinein: „Ich hatte beruflich zu viel zu tun, um über die Krise im Motorsport nachzudenken.“ Der anschließende Kaltstart Anfang Juni sei aber kein Problem gewesen: „Das Rennfahren ist wie Skifahren oder Schwimmen, das verlernt man auch nicht mehr.“

Mit der polnischen Equipe hat der Zillertaler in der Langstreckenserie European Le Mans Series (ELMS) ambitionierte Ziele: „In die Top fünf zu kommen wäre toll.“ Als einziger Starter mit einem Chassis der Marke Ligier setzt man auch auf dementsprechende Unterstützung der Franzosen.

Neben der ELMS (erstes Rennen So, 19. Juli, 11 Uhr, Le Castellet) stehen aber natürlich im September auch noch die 24 Stunden von Le Mans auf dem Wunschzettel.


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