"Black Lives Matter": Konflikt bei Red Bull USA entbrannt

Hunderte Mitarbeiter sollen vom Mutterkonzern gefordert haben, eindeutig Stellung zur "Black Lives Matter"-Bewegung zu beziehen. In Fuschl hat man das offenbar nicht sehr goutiert. Zwei leitende Angestellte, die die Forderung unterstützt haben, sind nun nicht mehr Teil des Unternehmens.

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Blick auf das Gelände des Red Bull Headquarters in Fuschl.
© APA/Gindl

Wien/Fuschl/Santa Monica – Der Energydrinkhersteller Red Bull soll den Chef der US-Sparte des Konzerns sowie die für die USA zuständige Marketingchefin entlassen haben. Es soll interne Konflikte gegeben haben, nachdem Informationen über den Unmut der Mitarbeiter mit Red Bulls Umgang mit der "Black Lives Matter"-Bewegung in den USA öffentlich geworden sind, berichtete das Ö1-"Mittagsjournal" unter Berufung auf US-Medien.

Hunderte US-Mitarbeiter sollen demnach von Red Bull gefordert haben, eindeutig Stellung für die Bewegung zu beziehen, so das Ö1-"Mittagsjournal" unter Berufung auf die US-Nachrichtenseite Business Insider, die sich ihrerseits wiederum auf Personal des Salzburger Konzerns beruft. Die Mitarbeiter haben demnach einen Brief mit der Unterstützungsforderung für die Bewegung an den Chef der Nordamerika-Sparte, Stefan Kozak, und Marketing-Chefin Amy Taylor geschrieben.

Darin wurde laut den Berichten kritisiert, dass Red Bull in der Öffentlichkeit schweige, sehr wohl aber Errungenschaften der Schwarzen-Kultur wie Basketball, Breakdance und Hip-Hop nutze, um seine Produkte zu promoten. "Wenn wir wirklich versuchen, die erstrebenswerteste Marke zu sein, sollten wir vielleicht nach etwas größerem streben, als still zu sein", soll es im Schreiben geheißen haben.

Headquater in Fuschl nicht erfreut über "Leaks"

Taylor soll sich für mehr Vielfalt bei Herkunft, Hautfarbe und Religion der Mitarbeiter eingesetzt haben. Das sei aber beim Headquater in Österreich auf wenig Interesse gestoßen.

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Die Zentrale in Fuschl soll vor allem nicht besonders erfreut gewesen sein über die durchgesickerten Infos und die einhergehende Unruhe im Unternehmen. Mitarbeiter hatten gewarnt, Kozak und Taylor könnten gefeuert werden, komme es zu weiteren Leaks.

Auf Anfrage von Ö1 teilte Red Bull lediglich mit, dass Kozak und Taylor nicht mehr Teil des Unternehmens seien. Die Frage nach dem Warum blieb offen. Eine Anfrage für ein Interview wurde abgelehnt. In einem Memo gegenüber Business Insider spricht sich Red Bull klar gegen Rassismus jeglicher Art aus. Kozak war 16 Jahre lang bei Red Bull, Taylor 20 Jahre. Der Sitz von Red Bull USA bzw. Nordamerika liegt in Santa Monica, Kalifornien. (APA)


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