Royales Alternativprogramm: Der Sommerurlaub der Königsfamilien

Badeurlaub wie jedes Jahr? Das funktioniert in diesem Sommer für viele nicht. Da geht es auch den Königsfamilien nicht anders. Es wird also umgeplant – und das ein oder andere Treffen mit der Verwandtschaft muss ausfallen.

Die Koffer waren schon gepackt, als die niederländische Königsfamilie noch einen letzten Pflichtauftritt absolvierte: Der traditionelle Fototermin zu Beginn der Sommerferien.
© SEM VAN DER WAL

London, Stockholm, Kopenhagen – Der Sommerurlaub ist auch für viele Königsfamilien eine lieb gewonnene Tradition – die einen verbringen die Zeit ganz privat, andere zeigen sich dann auch öffentlich. Doch die Corona-Pandemie geht selbst am königlichen Urlaub nicht spurlos vorbei – so wie alle anderen Bürger auch, planen die Familien um. Ein Überblick

Großbritannien

Die britische Königin Elizabeth II. (94) verbringt normalerweise den Sommer auf ihrem Landsitz Schloss Balmoral in den schottischen Highlands. Doch sie und ihr 99 Jahre alter Mann Prinz Philip sind wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März auf Schloss Windsor von der Außenwelt abgeschirmt. Sie gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet. Ob sie trotzdem in diesem Jahr auf ihren Landsitz fahren wird? Der Palast wollte das Thema nicht kommentieren. Glaubt man der britischen Boulevardpresse, wird sich die Queen kaum davon abhalten lassen.

Schloss Balmoral in den schottischen Highlands: Hier verbringt die Queen üblicherweise ihren Sommerurlaub.
© ANDREW MILLIGAN

Reiten, wandern, mit Hunden spazieren gehen, picknicken: In Balmoral sei sie "am glücklichsten" sagte einmal die Queen-Enkelin, Prinzessin Eugenie, in einer Dokumentation zum 90. Geburtstag der Monarchin. Balmoral sei ein "magischer Ort", an dem die Queen richtig ausspannen könne, erzählte Gräfin Sophie, die Ehefrau von Prinz Edward, in derselben Dokumentation.

Auch Prinz Philip scheint dort ganz in seinem Element: Vor Jahrzehnten ließ er sich beim Hantieren mit Angelruten und beim Grillen filmen. Das Paar bleibt üblicherweise mehrere Wochen bis weit in den September hinein. Nacheinander kommen die anderen Mitglieder der Royals zu Besuch. Das zumindest könnte heuer schwierig werden.

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Das Königspaar 1972 auf Schloss Balmoral.
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Schweden

Gerade für Kronprinzessin Victoria (43) stand eigentlich ein festlicher Sommer bevor: erst der zehnjährige Hochzeitstag mit Prinz Daniel Mitte Juni, dann ihr Geburtstag am 14. Juli. Größere Feiern mussten für die schwedische Thronfolgerin aber beide Male coronabedingt ausfallen. "Wenn ich mir eine Sache zum Geburtstag wünschen kann", sagte sie in einem Instagram-Video, "dann ist es, dass wir zusammen alles tun, was wir können, um weiter durchzuhalten und Abstand zu halten."

Den Ehrentag verbrachte Victoria dennoch wie gewöhnlich auf Schloss Solliden auf Öland, wo die Königsfamilie nach Angaben des Hofes auch den Großteil des Sommer weilen wird. Eine wird dabei fehlen: Prinzessin Madeleine (38). Victorias jüngere Schwester lebt mit ihrem Mann Christopher O'Neill (46) und ihren drei gemeinsamen Kindern im US-Staat Florida, wo die Corona-Lage derzeit alles andere als gut ist. Madeleine hätte sich gewünscht, wie üblich im Sommer nach Schweden zu kommen, sagte Hofsprecherin Margareta Thorgren der schwedischen Zeitung Expressen. Wegen der Pandemie und den in den USA geltenden Corona-Beschränkungen wird daraus diesmal aber nichts.

Kronprinzessin Victoria an ihrem Geburtstag mit Ehemann Prinz Daniel und den beiden Kindern Oscar und Estelle.
© JONAS EKSTROMER

Dänemark

Kronprinz Frederik (52) verbringt die ersten Wochen der Schulferien wie in jedem Jahr zusammen mit seiner Frau Kronprinzessin Mary (48) und den vier gemeinsamen Kindern auf Schloss Graasten (Gravenstein). In das dortige Sommeranwesen der königlichen Familie wird – laut Kalender des Königshauses – am 21. Juli auch Königin Margrethe II. (80) reisen. Auf eine Reise in eine Sommerresidenz in Frankreich, die Margrethe einst gemeinsam mit ihrem 2018 verstorbenen Prinzen Henrik erworben hatte, verzichtet die Monarchin diesmal.

Belgien

Das belgische Königshaus gibt sich mit Blick auf die royalen Reisepläne höchst verschlossen. Über das Privatleben der königlichen Familie berichte man grundsätzlich nicht, sagte ein Sprecher. Nur so viel: Einen Teil des Urlaubs werden Königin Mathilde und König Philippe mit ihren Kindern – der Kronprinzessin Elisabeth (18), den Prinzen Gabriel (16) und Emmanuel (14), sowie Prinzessin Eleonore (12) – verbringen. Die behördlichen Vorgaben in Sachen Coronavirus würden natürlich eingehalten. Die königliche Familie war in den vergangenen Wochen mehrfach gemeinsam unterwegs. Ende Juni ging es erst auf gemeinsame Radtour durch die Provinz Limburg, dann in die Ardennen – inklusive Familienfoto mit den ehemaligen Monarchen König Albert und Königin Paola in den Bergen.

Die belgische Königsfamilie Ende Juni in der belgischen Stadt Genk.
© DIRK WAEM

Niederlande

Die Koffer waren schon gepackt, als die niederländische Königsfamilie am Freitag noch einen allerletzten Pflichtauftritt absolvierte: Der traditionelle Fototermin zu Beginn der Sommerferien. Farblich aufeinander abgestimmt in Himmelblau und Weiß präsentierten sich König Willem-Alexander (53), Königin Maxima (49) und die drei Prinzessinnen Amalia (16), Alexia (15) und Ariane (13) den Fotografen im Garten ihres Den Haager Palastes.

In diesem Jahr schloss der Fototermin auch für die Oranje-Familie eine besondere Periode ab. Die Coronakrise war für die Prinzessinnen nicht leicht, räumten deren Eltern ein. Monatelang durften sie nicht in die Schule gehen, sondern mussten selbstständig lernen. "Das war nicht einfach", sagte Maxima. Am Ende hätten sie sich daran gewöhnt. "Die Zeugnisse waren sehr gut." Vater Willem-Alexander witzelte noch: Er habe nie gedacht, dass seine Töchter jemals "die Schule vermissen würden". Wo die Familie jetzt die Sommerferien verbringen wird, darüber schweigt der Hof. Doch eine Fernreise etwa zu der argentinischen Familie von Maxima scheint in Corona-Zeiten ausgeschlossen.

Fototermin im Garten des Den Haager Palastes: Das Königspaar mit den Töchtern Amalia, Alexia und Ariane.
© SEM VAN DER WAL

Königliche Beobachter sind sich sicher, dass die Oranje-Familie wie 2019 ihren Sommerurlaub in ihrer Villa in Griechenland verbringen wird. Schließlich hat sich Willem-Alexander – was übrigens einiges Stirnrunzeln seiner Landsleute verursachte – zu Beginn der Coronakrise ein neues Speedboat gekauft.

Willem-Alexander brach mit der Familientradition, Ferien in Italien zu verbringen. In der Toskana hat seine Mutter, Prinzessin Beatrix, noch eine Villa im Chianti. Erst vor wenigen Wochen waren Unbekannte in das Haus in Tavarnelle Val di Pesa eingedrungen. Zwar wurde nichts gestohlen und es war zum Zeitpunkt des Einbruchs auch keiner der Oranje-Familie anwesend - doch in Holland machte man sich Sorgen um die Sicherheit der Familie.

Monaco

Das Fürstentum Monaco hält sich mit privaten Einblicken generell eher zurück. Wo Fürst Albert II. (62), Charlene (42) und die Zwillinge Gabriella und Jacques (5) in diesem Sommer urlauben, wurde nicht mitgeteilt. Ein Eintrag der Fürstin auf Instagram lässt aber vermuten, dass die Familie eher in heimischen Gefilden unterwegs ist – und das sportlich: Auf einem Foto, das Charlene veröffentlichte, sind ein Sonnenuntergang und das Meer zu sehen, ein Mensch auf einem Waterbike fährt in Richtung des Horizonts.

Die Fürstin trainiert derzeit für ein Charity-Wasserrad-Rennen ihrer Stiftung im September. Dabei wollen die Teilnehmer die Strecke zwischen der Hafenstadt Calvi auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika und dem Jachtklub von Monaco zurücklegen, wie Charlene in einem Interview mit "Corse Matin" erklärte. Der Stadtstaat Monaco liegt direkt an der Mittelmeerküste. Im Nachbarland waren die Franzosen wegen der Coronavirus-Pandemie aufgerufen worden, sich diesen Sommer auf nationale Reiseziele zu beschränken. (dpa)


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