Ägyptens Parlament genehmigt Militäreinsatz in Libyen

Ägypten hat die Weichen für einen militärischen Einsatz im libyschen Bürgerkrieg gestellt. Das Parlament in Kairo gab am Montag grünes Licht für Kampfeinsätze im Ausland.

Seit dem Sturz Gaddafis im Jahr 2011 herrschen in dem Land Chaos und Gewalt.
© Reuters

Kairo – In Libyen wächst die Gefahr einer direkten Konfrontation türkischer mit ägyptischen Streitkräften. Das ägyptische Parlament billigte am Montag einen Militäreinsatz im benachbarten Bürgerkriegsland Libyen.

In einer geschlossenen Sitzung stimmte das Abgeordnetenhaus für "Kampfeinsätze außerhalb Ägyptens, um die nationale Sicherheit in westlicher Richtung gegen kriminelle und bewaffnete Milizen sowie ausländische terroristische Elemente" zu verteidigen. Das Parlament erteilte das Mandat einstimmig, wie Staatsmedien berichteten.

Ägypten unterstützt in dem Bürgerkrieg General Chalifa Haftar, der im April 2019 eine Offensive auf Libyens Hauptstadt Tripolis angeordnet hatte. Dort hat die Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ihren Sitz, die von der Türkei unterstützt wird. Durch das militärische Eingreifen Ankaras hatten libysche Regierungstruppen den Angriff abgewehrt und Haftars Truppen bis zur Küstenstadt Sirte in Richtung Osten - und damit in Richtung Ägypten - zurückgedrängt.

Zentrale Rolle für Ölexporte

Deutschland, Frankreich und Italien haben ausländischen Kriegsparteien angekündigt, bei Waffenlieferungen auch Sanktionen zu verhängen. Vergangenen Jänner hatte die deutsche Bundesregierung eine internationale Libyen-Konferenz ausgerichtet, in der ein Waffenembargo vereinbart wurde.

Derzeit bewegen sich die Regierungstruppen auf Sirte zu. Die Hafenstadt spielt eine zentrale Rolle für die Ölexporte. Vergangene Woche hat Sisi erklärt, mit dem Angriff auf Sirte werde für Ägypten eine rote Linie überschritten. (dpa, APA, TT.com)


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