ÖGB Tirol fordert Rückzahlung von Swarovski-Kurzarbeitsgeld

Der ÖGB Tirol kritisierte die geplanten Kündigungen bei Swarovski heftig und fordert allgemein eine bessere Prüfung der Kurzarbeitsanträge. Insgesamt in Österreich 456.127 Arbeitskräfte sind derzeit in Kurzarbeit, um 1956 mehr als in der Vorwoche.

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Wien, Innsbruck – Bei Kurzarbeitsunterstützung für Unternehmen durch das AMS werden Gelder, die über Sozialversicherungsabzüge bei Beschäftigung eingeholt werden, dazu verwendet, um Kündigungen zu vermeiden. Die Kündigungen von 200 Mitarbeitern bei Swarovski würden aber ein anderes Bild zeigen, kritisiert der ÖGB Tirol in einer Aussendung am Dienstag.

"Alle Unternehmen und in diesem Fall Swarovski müssen daher sämtliche erhaltene Kurzarbeitsmillionen an das AMS zurückzahlen. Mit diesem Geld können dann die gekündigten Beschäftigten unterstützt werden“, fordert der stellvertretende ÖGB-Landesvorsitzende Robert Koschin.

Der ÖGB Tirol sieht das Vorgehen, trotz öffentlicher Unterstützung Mitarbeiter abzubauen als "besonders verwerflich" an. und fordert eine genauere wirtschaftliche Prüfung der Kurzarbeitsanträge, vor allem im Hinblick auf die finanzielle Situation eines Unternehmens mit "Fokus auf einen Zukunftsplan bezüglich Erhaltung der Arbeitsplätze". Die Strahlkraft des Unternehmens Swarovski sei laut Koschin schon lange getrübt. Die Ausnützung von Arbeitnehmergeldern und die missbräuchliche Verwendung für Konzerne sei "menschenunwürdig“.

Arbeitslosigkeit leicht gefallen, mehr Kurzarbeit

Die Situation am österreichischen Arbeitsmarkt in der Coronakrise bleibt indessen weiter sehr angespannt. Die Arbeitslosigkeit ist im Wochenvergleich leicht rückläufig, hingegen ist die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit wieder etwas angestiegen. Rechnet man die Kurzarbeiter und die Menschen ohne Job zusammen, sind knapp 890.000 Personen von der Arbeitsmarktkrise direkt betroffen.

Wie das Arbeitsministerium am Dienstag in einer Aussendung mitteilte, gibt es derzeit 433.779 Arbeitslose und Schulungsteilnehmer, um 4642 weniger als in der Vorwoche. Von den Personen ohne Job sind 385.843 beim AMS arbeitslos gemeldet, in Schulung befinden sich 47.936 Personen. 456.127 Arbeitskräfte sind derzeit in Kurzarbeit, um 1956 mehr als in der Vorwoche.

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Lage für Jugendliche besonders schwierig

Besonders von der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt betroffen sind Jugendliche, jedoch ist auch hier ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Waren vergangene Woche noch 64.370 Personen unter 25 Jahren arbeitslos oder in Schulung, so sind es mit Stand heute 63.719, um 651 Jugendliche weniger.

Nach Branchen betrachtet ist im Tourismus der größte Rückgang bei der registrierten Arbeitslosigkeit zu verzeichnen, nämlich um 2.519 Arbeitslose weniger als in der Vorwoche.

Zahlen bei Kurzarbeit leicht gestiegen

Bei der Kurzarbeit steigen die Zahlen leicht. Betriebe können noch drei Wochen rückwirkend eine Verlängerung der Kurzarbeit beantragen. Rund 3,7 Milliarden Euro wurden bisher an anspruchsberechtigte Unternehmen ausbezahlt. Rund 60.000 Unternehmen haben damit alle Abrechnungen eingereicht und erhalten.

Die Verlängerung der Kurzarbeit ist laut Arbeitsministerium vor allem in der Warenproduktion, im Handel, sowie in Beherbergung und Gastronomie ein Thema. Derzeit befinden sich in der Warenproduktion 190.552 Personen in Kurzarbeit, im Handel 66.598 Personen, sowie in der Beherbergung und der Gastronomie 46.525 Personen. (APA)


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