Lieferdienst Mjam geht Kooperation mit BP und Merkur inside Shops ein

Mjam arbeitet ab sofort mit der Tankstellenkette BP zusammen und liefert in Zukunft auch Lebensmittel und Convenience-Produkte wie Fertiggerichte bzw. Fertigprodukte nach Hause. Mjam-Mutter Delivery Hero wächst stark und ist inzwischen ein Aspirant für den prestigeträchtigen Dax.

Mjam setzt nun auch auf den Ausbau des Convenience-Liefergeschäfts.
© Philipp Hutter

Wien – Die Delivery Hero SE -Tochter Mjam erweitert ihr Angebot und arbeitet in Zukunft offiziell mit BP-Tankstellen zusammen, die über einen Merkur-Shop verfügen. Mjam startet mit dem neuen Angebot in Innsbruck, Wien, Linz und Salzburg. In den nächsten Monaten soll das Angebot auch auf weitere Städte Österreichs ausgeweitet werden.

Mjam-Geschäftsführer Artur Schreiber
© Mjam

Die Auslieferung übernimmt die hauseigene Radl-Flotte „MjamPlus". „Damit bilden Mjam und BP die erste Multi-City Lebensmittel-Partnerschaft in Österreich“, erklärt Geschäftsführer Artur Schreiber. Neben Lebensmitteln und Produkten aus dem Drogerie-Bereich seien auch Getränke, Snacks und Tierfutter und vieles mehr lieferbar.

„Die nationale Reichweite und Verfügbarkeit von BP-Tankstellen mit Merkur inside spielt für den Ausbau des Convenience-Liefergeschäfts eine große Rolle“, erläutert Schreiber gegenüber der Tiroler Tageszeitung Online die Beweggründe für die Kooperation. Zudem solle dadurch auch in kleineren Städten der Express-Lieferservice von 30 Minuten gegeben sein.

Nachfrage seit Lockdown gestiegen

Die Branche hat während des Corona-Lockdowns ein enormes Nachfrage-Plus verzeichnet. „Seit April steigt die Anzahl der Bestellungen monatlich und Feiertage wie Fronleichnam und Pfingstmontag verzeichnen doppelt so viele Bestellungen wie gewöhnliche Werktage“, erläutert Schreiber.

Mit Beginn der Corona-Pandemie sei dabei gerade die Nachfrage an der Lieferung von Lebensmitteln und Drogerieprodukten sehr gestiegen.

Auch Gabriele Lindner, Convenience Trading Manager bei BP in Österreich, zeigt sich von der Kooperation überzeugt. „Es ist uns wichtig, die Bedürfnisse des Konsumenten durch unser Convenience-Angebot an 365 Tagen sowohl unterwegs als auch online so schnell und angenehm wie möglich zu erfüllen“, so Lindner.

Zahlen, Daten, Fakten

➤ Mjam ist eine der größten Online-Bestellplattformen für Essen in Österreich. Auf www.mjam.at oder per App können die Kunden bei mehr als 2800 Partner-Restaurants bestellen und liefern lassen. Es kann entweder bar, per PayPal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung bezahlt werden.

➤ Die Firma wurde 2008 in Wien gegründet und ist seit 2012 Teil des Berliner Unternehmens Delivery Hero SE, das in über 40 Ländern Portale für Online-Essensbestellungen betreibt. MjamPlus ist die eigene Lieferflotte, bei der mehr als 1500 Fahrradkuriere in Österreich Speisen für Restaurants, die keinen eigenen Lieferdienst haben, zustellen.

➤ Anzahl Fahrradkuriere

🔹 Innsbruck: Zwei Shops/ 102 Mitarbeiter

🔹 Salzburg: Ein Shop/ 70 Mitarbeiter

🔹 Linz: Zwei Shops / 70 Mitarbeiter

🔹 Wien: Vier Shops/ 1100 Mitarbeiter

Mehr Bestellungen bei Delivery Hero

Der Essenslieferdienst Delivery Hero zählt zu den Profiteuren der Corona-Pandemie. Das Berliner Unternehmen schraubt dank seines starken Wachstums in der Corona-Krise die Prognosen für das Gesamtjahr in die Höhe. Nun rechnet der Dax-Kandidat dieses Jahr mit einem Umsatz zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Delivery Hero betreibt in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt 25 000 Mitarbeiter, davon rund 1300 in Berlin. Sein Deutschlandgeschäft mit Marken wie Foodora, Lieferheld oder Pizza.de hat der Konzern im vergangenen Jahr an den niederländischen Konkurrenten Takeaway verkauft.

Heißer Kandidat für Aufstieg in die erste Börsenliga,

Im zweiten Quartal verdoppelten sich die Bestellungen fast auf 281 Millionen, das bestellte Bruttowarenvolumen wuchs um rund zwei Drittel auf 2,8 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 96 Prozent auf 612 Millionen Euro.

Mittlerweile ist das Unternehmen an der Börse rund 19 Milliarden Euro wert und gilt damit als heißer Kandidat für einen Aufstieg in die erste Börsenliga, den Dax. Schärfster Konkurrent ist hier wohl der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise.

Rote Zahlen schreibt das Unternehmen aber weiter. Im ersten Halbjahr lag der um Sonderposten bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach vorläufigen Zahlen bei 319,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte er 171,1 Millionen Euro betragen. (TT.com/hu)


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