Zu klein, zu schadstoffreich: Nur zwei von zwölf Kinderwagen schneiden in Test „gut" ab

Wie gut und sicher sind Kinderwagen? Der VKI hat zwölf Modelle getestet – mit teilweise ernüchternden Ergebnissen. Nur zwei davon sind „gut". Die beiden Güns­tigsten werden als „mangelhaft“ bewertet – sie sind schadstoff­belastet. Viele andere engen Babys ein oder sind unbe­quem.

(Symbolbild)
© APA

Innsbruck – Babys und Kleinkinder verbringen oft viele Stunden in Kinderwagen und Buggys. Umso komfortabler sollte das jeweilige Gefährt sein – und natürlich frei von Schadstoffen. Das ist jedoch nicht zwingend der Fall, wie ein vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) aktuell veröffentlichter Test von Kombi-Kinderwagen zeigt.

Nur zwei von zwölf Modellen, die sowohl als Kinderwagen als auch als Buggy genutzt werden können, erzielten letztlich „gute“ Ergebnisse. Die Hälfte der Kinderwagen wurde vom VKI mit „weniger“ oder „nicht zufriedenstellend“ bewertet. Abzüge habe es vor allem für mangelhafte kindgerechte Gestaltung, beispielsweise zu kleiner Babywannen, sowie für Schadstoffbelastung gegeben.

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„Eindeutig noch Verbesserungsbedarf"

35 mal 78 Zentimeter nutzbare Liegefläche seien für eine Babywanne optimal. Doch die meisten getesteten Babywannen waren laut VKI deutlich kleiner. Werde die Babywanne zu klein, gingen viele Eltern zur Sitzeinheit des Kombi-Kinderwagens über, so die Konsumentenschützer. Doch erst rund um den achten Monat sei es Babys aufgrund ihrer Muskulatur überhaupt möglich, sich selbst aufrecht zu halten. Deswegen sollte sich die Rückenlehne des Buggy-Aufsatzes möglichst flach einstellen lassen. Nur so Babys – und später auch Kleinkinder – bequem und rückenschonend schlafen. Doch bei keinem einzigen getesteten Kinderwagen lasse sich der Sitz in eine flache Liegeposition bringen. „In puncto kindgerechter Gestaltung gibt es hier eindeutig noch Verbesserungsbedarf.“

Hohe Schadstoffbelastung

Zwei Kinderwagen seien zudem durch ihre hohe Schadstoffbelastung aufgefallen. In einem Matratzenbezug der Babywanne hätten sich hohe Mengen des Flammschutzmittels TCPP befunden. Diese Substanz steht in Verdacht, Krebs zu erzeugen. Der Sicherheitsgurt eines anderen Kombi-Kinderwagens habe wiederum den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff Benzo(ghi)perylen enthalten. Diesem wird eine erbgutverändernde Wirkung zugeschrieben.

Beide Kombi-Kinderwagen erhielten daher eine „nicht zufriedenstellende“ Bewertung. Mit unter 500 Euro würden sie zu den günstigsten Produkten im Test zählen. Die beiden im Test mit „gut“ bewerteten Kinderwagen hätten sich wiederum mit 950 und 1098 Euro am oberen Ende der Preisskala der getesteten Modelle befunden. (TT.com)


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