Meiste Infektionen seit April: China hat zwei neue Corona-Hotspots

In kaum einem Land sind die Corona-Regeln so streng wie in China. Aber auch die Volksrepublik bekommt das Virus nicht vollständig unter Kontrolle. Die Gesundheitskommission meldet die meisten Neuinfektionen seit Mitte April. Reisende tragen zur Ausbreitung bei.

In China, wo Anfang Dezember die ersten Fälle der Covid-19-Pandemie aufgetreten waren, gelten weiter strenge Vorsichtsmaßnahmen.
© ANTHONY WALLACE

Peking – Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Die Volksrepublik hat das Virus weitgehend im Griff, dennoch meldet die Gesundheitskommission des Landes rund 100 neue Fälle. Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian, einer Hafenstadt im Nordosten des Landes. Von dort aus haben Reisende die Infektionen in neun andere Städte getragen – auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnet.

Da China praktisch eine „Null-Fälle-Politik" verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen. In der Provinz hält China mutmaßlich mehrere Hunderttausend Uiguren in Internierungs- und Umerziehungslagern gefangen.

Im Vergleich zu der dramatischen Entwicklung in anderen Ländern sind die Zahlen in China mit rund 500 offiziell aktuellen Erkrankungen eher gering. Trotzdem wurden Hunderte Flüge und Züge gestrichen. Der öffentliche Nahverkehr in Dalian wurde eingestellt. Reisende aus Risikobezirken der Hafenmetropole müssen in der umliegenden Provinz Liaoning 14 Tage in Quarantäne. Landesweit sind gut 84.000 Infektionen und mehr als 4600 Todesfälle bestätigt.

Kein Zutritt ohne grünes Licht

In China, wo Anfang Dezember die ersten Fälle der Covid-19-Pandemie aufgetreten waren, gelten ohnehin weiter strenge Vorsichtsmaßnahmen: Corona-App, Mundschutz und Fiebermessen gehören zum Alltag. Ohne grünes Licht durch das Handy-Programm dürfen die Menschen etwa in Peking keine Supermärkte, Läden oder Restaurants betreten. Märkte oder Wohnanlagen installieren am Eingang schon Geräte zur automatischen Messung der Temperatur.

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Auch ist Chinas Grenze für Ausländer praktisch noch dicht, da keine regulären Visa vergeben werden. Mit acht Ländern wie auch Deutschland gibt es aber Ausnahmeregelungen. Allerdings konnten seit Ende Mai nur rund 1000 Passagiere mit Sonderflügen der deutschen Handelskammer in China einreisen, mussten aber meist zwei Wochen in Quarantäne.


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