Problembär M49 flüchtete aus Gehege im Trentino: Rom plädiert für Rettung

Der Trentiner Landeshauptmann beharrt auf der Notwendigkeit, den „Problembären" zu töten – Italiens Umweltminister appelliert hingegen, dem 167-Kilo-schweren Tier das Leben zu retten. Dank eines Signalbands konnte der Bär lokalisiert werden. Er ist nicht zum ersten Mal ausgebüxt.

Der Bär M49 ist nicht zum ersten Mal aus seinem Gehege im Trentino entwischt.
© Presseamt der Trentino

Rom/Trient – Die italienische Regierung setzt sich für die Rettung des mit der Kennzeichnung M49 bekannten „Problembären" im Trentino ein, der am Montag aus einem mit Strom gesicherten Gehege des Tierpflegezentrums Casteller geflohen war. Dank eines Radiohalsbands sei der Bär lokalisiert worden. „Wir wissen, wo er sich aufhält. Es hat keinen Sinn, ihn zu töten", sagte Umweltminister Sergio Costa laut Medien.

Der Minister richtete einen Appell an den Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti, dem Bären das Leben zu retten. Costas Aufruf schlossen sich mehrere Tierschutzverbände an. Der Bär hatte zuletzt bereits mehrere Fluchtversuche unternommen. Er war am 29. April eingefangen worden. Der Trentiner Landeshauptmann beharrt auf der Notwendigkeit, den „Problembären" zu töten.

Metallstäbe verbogen

Das etwa vier Jahre alte Exemplar, das Landwirten und Viehzüchtern beträchtlichen Schaden zugefügt und mehrere Tiere gerissen hatte, konnte eine elektrische Barriere überwältigen und die Flucht ergreifen. Mit einem Radiohalsband versuchten die Leiter des Zentrums, den Bären zu orten. Schon vor einem Jahr war er aus einem Gehege in Casteller nahe Trient entkommen.

Bei seiner neuen Flucht soll der „Problembär", der wegen seiner Ausbrecherfähigkeiten manchmal „Papillon" – wie der Titelheld des Gefängnis-Romans von Henri Charriere – genannt wird, dicke Metallstäbe verbogen und die Fassung eines Zauns beschädigt haben. Dank des Signalbands wurde er am Berg Marzola lokalisiert.

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167 Kilo wiegt das Tier, das in guter Verfassung ist. Im Trentino leben rund 90 Bären in freier Wildbahn. Manchmal dringen sie in Wohngebiete ein und attackieren Nutztiere. Im Rahmen eines von der EU geförderten Projekts waren im Jahr 1999 ein Dutzend Bären aus Slowenien in die Region gebracht und ausgesetzt worden. (APA)


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