Swarco Raiders Tirol verzichten wegen Corona auf AFL: Meisterschaft als Zweikampf

Die aktuellen Corona-Bestimmungen sorgen fast für einen Kahlschlag im heimischen AFL-Oberhaus: Die Swarco Raiders Tirol haben sich gegen eine Teilnahme an der Herbstsaison 2020 ausgesprochen. Somit machen es die Vikings und Giants unter sich aus.

Die Heimstätte der Swarco Raiders Tirol wird erst nächstes Jahr wieder verteidigt.
© Kern

Innsbruck – Die österreichische Meisterschaft im American Football wird im Herbst ohne die Swarco Raiders Tirol über die Bühne gehen. Der Club sprach sich angesichts der aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen gegen eine Teilnahme an der Austrian Football League (AFL) aus. Die Meisterentscheidung fällt in einer Best-of-5-Serie zwischen den Dacia Vikings und den Projekt Spielberg Graz Giants.

Football-Verband übt Kritik an Gesetzgeber

„Die vorliegenden Quarantänebestimmungen sind für alle Beteiligten letztlich nicht zumutbar und existenzgefährdend", hieß es in einer Aussendung der Raiders. Auch der Football-Verband (AFBÖ) identifizierte als „größte Hürde" die Quarantänebestimmungen und Test-Vorschriften. „Die Auswahlmöglichkeit, im Spitzensport mit oder ohne Tests zu spielen, steht – seit dem 10. Juli angekündigt – bis heute nicht in einer Verordnung", teilte der AFBÖ mit. „De jure dürfen die Vereine in den Meisterschaftsklassen ungetestet momentan nicht trainieren."

„Der Verein hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, intensiv Für und Wider abgewogen und bis zum Schluss zusammen mit dem AFBÖ an der möglichen Realisierung eines Ligabetriebes gearbeitet. Am Ende des Tages besteht aber Konsens bei der Mehrheit der Raiders, dass in dieser besonderen Krisensituation ein Ligabetrieb nicht erzwungen werden darf. Wir tragen unseren Mitgliedern und Fans gegenüber eine große Verantwortung und nehmen diese sehr ernst“, so wird Raiders-Präsidentin Elisabeth Swarovski in der Aussendung zitiert.

Das Präventionskonzept der Fußball-Bundesliga, das von der Politik als Vorzeige-Modell für Mannschaftssport auserkoren worden ist, sei aus wirtschaftlichen wie organisatorischen Gründen nicht umsetzbar. „American Football hat aufgrund der Natur des Sports aber auch der Mannschaftsgröße, des Betreuerstabs und dann noch der Ketten-Crew, also 80 bis 100 Menschen, einen erheblichen Nachteil gegenüber Mannschaftssportarten mit weniger Teammitgliedern."

TT-ePaper gratis testen und eines von drei E-Bikes gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Der AFBÖ stellte seinen Amateurteams eine Teilnahme an der Liga frei. Übrig blieben am Ende nach der Absage der Raiders nur zwei Teams: Rekordmeister Vikings und die Graz Giants werden sich den Meistertitel unter sich ausmachen. Das erste Spiel wird in Graz stattfinden, die beiden nächsten Spiele in Wien, dann wird wieder nach Graz gewechselt.

Im Nachwuchs richtet sich der Blick nach vorne

Der Football-Nachwuchs beginnt ab August mit den Vorbereitungen auf einen verkleinerten Meisterschaftsbetrieb, der im September 2020 starten soll. Durch unterschiedliche gesetzliche Regelungen für Spitzen- und Breitensport können Spiele im Nachwuchs unter anderen Rahmenbedingungen stattfinden, als Spiele in der höchsten Spielklasse. Trainiert wird unter der strikten Einhaltung aller Präventionsrichtlinien. Eltern, Spieler und Trainer haben sich darum für die Teilnahme ausgesprochen. Die Bekanntgabe der Termine folgt. (APA, TT.com)


Kommentieren


Schlagworte