Doskozil sägt an Rendi-Wagners Stuhl: SPÖ-Chefin verweist auf Votum

Im Ö1-„Morgenjournal“ meinte der burgenländische Landeshauptmann, die SPÖ sollte grundsätzlich auf den- oder diejenige mit den besten Zustimmungswerten setzen. Parteichefin Rendi-Wagner verwies als Reaktion auf die Mitgliederbefragung vom Mai.

© HELMUT FOHRINGER

Wien – Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil (SPÖ) macht einmal mehr mit Querschüssen gegen die SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner auf sich aufmerksam. Nach mehrmaliger Kritik an der Bundes-SPÖ zog Doskozil am Donnerstag auch in Zweifel, ob Rendi-Wagner die beste Spitzenkandidatin für die nächste Nationalratswahl wäre.

Im „Morgenjournal“ hatte Doskozil erklärt, er würde die Frage der Spitzenkandidatur etwa auch in seinem Bundesland so lösen wie von ihm vorgeschlagen. „Wenn bei den nächsten Landtagswahlen ein Regierungskollege oder ein anderer aus den Reihen der Sozialdemokratie weitaus bessere Werte hat wie ich, dann wird der der nächste Kandidat sein, sage ich ganz offen. Und das muss ja der Anspruch einer Bundesparteivorsitzenden sein, die Beste in der Sozialdemokratie zu sein für diesen Job. Dann wird sie diesen Test, sage ich jetzt einmal, unter Anführungszeichen vor einer Wahl auch bestehen – auch bestehen müssen.“ Diese Frage müsse sich in Wirklichkeit jede Partei in einer gewissen Zeit vor der Wahl stellen, wenngleich das „jetzt“ kein Thema sei.

Der Frage, ob er selbst dieser Spitzenkandidat im Bund sein könnte, wich Doskozil aus: „Das ist viel zu weit weg. Das kann man derzeit nicht beurteilen, aber das ist mein grundsätzlicher Zugang, dass es darum geht, die besten Köpfe in der Sozialdemokratie und da bin ja nicht ich alleine bitte, da gibt es ja genug interessante Persönlichkeiten, ganz einfach ins Rennen zu schicken.“

Rendi-Wagner wollte auf die erneuten Querschüsse aus dem Burgenland am Rande einer Pressekonferenz nicht weiter eingehen und verwies auf die Mitgliederbefragung, bei der sie klar von den SPÖ-Mitgliedern bestätigt worden war: „Wir haben im Mai dieses Jahren das Ergebnis der Mitgliederbefragung gehabt mit einer historischen Beteiligung“. Das „eindeutige Votum“ von 96 Prozent der Teilnehmer habe ergeben, dass die Sozialdemokratie "intern diskutieren und geeint auftreten" solle. Daher „gibt es das nicht weiter zu kommentieren, ich respektiere dieses Votum von 96 Prozent der Mitglieder“, so die Vorsitzende. (TT.com, APA)

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