Testzwang in Deutschland bei Rückkehr aus Risikogebieten diese Woche

Gesundheitsminister Spahn bleibt bei seinem Plan, noch in dieser Woche die Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten einzuführen. Ergebnisse der freiwilligen Tests an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen geben derweil Grund zur Sorge.

An vielen Flughäfen in Deutschland werden inzwischen Corona-Tests durchgeführt.
© Daniel Bockwoldt
Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn.
© FABRIZIO BENSCH

Berlin – Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass eine Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Lauf dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er am Montag im ARD-„Morgenmagazin" aber noch nicht.

„Wir haben erste Entwürfe", sagte der CDU-Politiker. „Wir wollen das gut abstimmen auch mit den Ländern, da das ja auch vor Ort dann an den Flughäfen zum Beispiel oder an den Bahnhöfen gelebt werden können muss. Und deswegen finde ich es wichtig, es gut zu machen."

„Relativ hohe Trefferquote" bei Tests in Nordrhein-Westfalen

Im Bundesland Nordrhein-Westfalen geben die Ergebnisse von freiwilligen Tests derzeit Anlass zur Sorge. Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber corona-positiv getestet. Das sei eine „relativ hohe Trefferquote", sagte Landes-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Montag im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten demnach von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.

In Nordrhein-Westfalen hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. Auf den vier Flughäfen landeten vergangene Woche etwa 160 Flugzeuge mit 15.000 Reisenden aus Gebieten, die derzeit vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet ausgewiesen sind - etwa die Türkei, Ägypten, Marokko und Israel.

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Auch an vielen anderen Flughäfen in Deutschland werden inzwischen Corona-Tests durchgeführt. Am Montag nahmen etwa Testzentren an den Airports in Leipzig/Halle und Dresden offiziell den Betrieb auf.

Spahn betonte, dass bisher für alle Einreisenden aus Risikogebieten die Pflicht zu zwei Wochen Quarantäne gelte. Seit Samstag können alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen können.

Auf die Frage, warum solche Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer nicht schon früher geschaffen wurden, verwies Spahn darauf, dass man erst einmal Testkapazitäten habe aufbauen müssen. „Wir haben jetzt 1,2 Millionen Tests, die wir pro Woche schaffen können. Es wird im Moment etwa die Hälfte abgerufen." Er rechnet mit einer Zunahme der Tests, neben Reiserückkehrern auch etwa von Lehrern und Erziehern: „Wir werden sehen – da bin ich sehr sicher – in den nächsten Wochen, dass deutlich mehr getestet werden wird."

Spahn warb zudem für eine einheitliche europäische Regelung für Einreisen von außerhalb der EU. Wer als Nicht-EU-Bürger aus einem Drittstaat in die EU einreisen wolle, sollte bereits vor der Abreise einen Test machen und bei der Einreise dann ein wenige Stunden altes negatives Testergebnis vorweisen müssen. „So verringern wir das Risiko, dass das Virus mit einreist." (APA/dpa)


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