„Virus ist nicht im Urlaub": Nizza führt Maskenpflicht im Freien ein

Besonders in den bei Touristen beliebten Straßen in Strandnähe muss ab sofort zwischen 10 Uhr und 1 Uhr früh ein Schutz getragen werden. Auch anderen französischen Städten ist die Maske Pflicht.

Verstöße werden zunächst mit 35 Euro geahndet, die Strafe könnte aber auf 135 Euro steigen.
© VALERY HACHE

Nizza – In Nizza gilt wegen der Corona-Pandemie ab sofort auch im Freien eine Maskenpflicht. Besonders in den bei Touristen beliebten Straßen in Strandnähe müsse bis auf Weiteres zwischen 10 Uhr und 1 Uhr früh ein Schutz getragen werden, erklärte Bürgermeister Christian Estrosi am Montag. Frankreichs Premierminister Jean Castex rief bei einem Besuch in Lille zu anhaltender Wachsamkeit auf.

Die Maßnahme werde solange in Kraft bleiben, bis eine Herdenimmunität von 50 Prozent erreicht sei oder ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vorliege, sagte Estrosi. Verstöße würden zunächst mit 35 Euro geahndet, die Strafe werde aber auf 135 Euro erhöht, sollte die Präfektur dem zustimmen.

Eine Übergangsphase gelte bis Mittwochabend: Bis dahin würden Polizisten bei Kontrollen die Maskenpflicht durchsetzen, aber nicht zwingend eine Strafe einheben. „Ab Mittwoch werden wir wirklich Strafmaßnahmen ergreifen", betonte Estrosi. Über die Maskenpflicht werde überall in der Stadt informiert, etwa auf Straßenbahnen, sagte der Bürgermeister.

Lautsprecher weisen auf Regeln hin

Bereits seit Donnerstag weisen die Behörden in Nizza die Menschen per Lautsprecheransage alle 30 Minuten auf die Abstandsregeln sowie Ruhegebote und Alkoholverbote am Abend hin. Bisher sind die Lautsprecher vor allem entlang der beliebten Promenade des Anglais am Strand im Einsatz, Dutzende weitere sollen laut Estrosi aber noch installiert werden.

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Premierminister Castex rief die Menschen am Montag dazu auf, durch umsichtiges Verhalten einen erneuten Lockdown zu verhindern. „Das Virus ist nicht im Urlaub", betonte Castex bei einem Besuch im nordfranzösischen Lille. „Ich rufe jeden Franzosen auf, sehr vorsichtig zu bleiben. Der Kampf gegen das Virus hängt vom Kurs des Staates, der Kommunen, Institutionen, aber auch von uns allen ab."

Das Virus ist nicht im Urlaub.
Premierminister Castex

Frankreich gehörte zu Beginn der Pandemie zu dem am schwersten betroffenen Ländern weltweit, mehr als 30.000 Covid-19-Patienten starben in dem Land. Wegen eines dramatischen Wiederanstiegs bei den Infektionsfällen vergangene Woche verschärften viele Städte nun die Corona-Einschränkungen.

In Lille, wo zuletzt 38 Infektionsfälle pro 100.000 Einwohner registriert wurden, verhängten die Behörden ebenfalls eine Maskenpflicht im Freien. Obligatorisch ist der Mundschutz unter anderem auch in den Innenstädten von Bayonne und Biarritz in Südfrankreich sowie in der Hafenstadt Saint-Malo in der Bretagne. (APA/AFP)


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