„Die Pflanzen, die ich rief“ plagen Tirol: Wie Neophyten die Natur schädigen

Nicht heimische Pflanzen schädigen unsere Natur nachhaltig. Oftmals wurden sie eingeführt, um die Gärten zu verschönern. Mittlerweile stehen hierzulande 13 auf der „schwarzen Liste“ und werden bekämpft.

So beliebt der Sommerflieder in den Gärten ist, weil er Schmetterlinge anzieht wie Motten das Licht, so unbedeutend ist er doch als Futterpflanze für die Raupen.
© iStock

Von Susann Frank

Es ist ein gut gemeinter Versuch, der oft wenig bis gar keinen Erfolg hat: einzelne Neophyten – also Pflanzen, die in unserer Gegend nicht ursprünglich sind – beim Spaziergang herauszureißen und abzulegen. „Oftmals kommt die Wurzel mit Boden in Kontakt, auf dem sie wieder anwachsen kann“, erklärt Konrad Pagitz. Und wenn die Pflanze schon Früchte trage, sei die Aktion sogar kontraproduktiv.

Der Assistenz-Professor an der Universität Innsbruck am Institut für Botanik leitet das Kompetenzzentrum Neophyten in Tirol und kennt jede Problematik.

„Gesundheitlich problematische Neophyten sind unbedingt zu melden.“ Konrad Pagitz, Neophyten-Beauftragter 
in Tirol
© pagitz

Vor allem mit den Pflanzen, die als invasiv bezeichnet werden, weil sie hierzulande Schäden verursachen können.

Die Auswirkungen dieser Arten sind sehr vielseitig, von ökologisch (Verdrängung heimischer Pflanzen, Funktionsbeeinträchtigung von Ökosystemen) bis ökonomisch (Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen) und gesundheitlichen Problemen bei Menschen und auch Tieren.

In Tirol stehen derzeit dreizehn Pflanzen auf der so genannten „schwarzen Lis­te“, die sich nach einer Verordnung der EU von 2019 richtet. Ein paar davon zählen zur selben Gattung, weswegen im Artikel nur zehn angeführt sind.

Wer Pflanzen von der „schwarzen Liste“ im Freiland sichtet, sollte dies online melden auf der dafür vorgesehenen Seite vom Land Tirol und der Universität Innsbruck.

„Ambrosie, Südafrikanisches Greiskraut und Bärenklau sind aufgrund der gesundheitlichen Problematik unbedingt zu melden“, betont er. Sie dürfen nur mit genauer Anleitung entfernt werden. Pagitz erklärt auch, dass nicht auf jede Meldung eine Tat folge. Allerdings seien die Benachrichtigungen wichtig, um die Vorkommen im Blick zu haben.

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