Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Geld zurück bei Corona-bedingten Absagen

Triumph der Konsumentenschützer in Corona-Zeiten: Viele Reisende erhielten ihr Geld zurück. Zentrale Erkenntnis ist die problematische Kommunikation bei Online-Buchungen.

Die Reise fiel aus und auch das Geld ließ monatelang auf sich warten, jetzt endlich bekamen viele ihre Anzahlungen zurück.
© iStock

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck – Das Coronavirus stellt auch die Konsumentenschützer vor unerwartete Herausforderungen. Was die wegen der Pandemie abgesagten oder stornierten Reisen betrifft, gibt es nach monatelanger Zurückhaltung und Blockadehaltung der Veranstalter und Airlines nun aber viele Erfolgsmeldungen, wie AK-Konsumentenschützer Christian Schuster-Wolf berichtet. Er hat „unzählige Fälle“ bearbeitet und etliche Zahlungsaufforderungen verschickt: „Die Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt. Wir konnten erreichen, dass viele ihr Geld endlich zurückbekommen haben.“ Bei manchen geht es um einige hundert Euro, bei anderen aber auch um viele Tausende, wie bei größeren Familien- oder Gruppenreisen. Die höchsten erstrittenen Erfolge betragen über 10.000 Euro.

Nachdem viele Anbieter anfangs sehr zögerlich reagiert haben, mussten die AK-Konsumentenschützer Druck machen und mit Klagen drohen, einige waren schon in Vorbereitung. „Die meisten Anbieter – über 90 Prozent – sind aber an außergerichtlichen Lösungen interessiert, nur einige wenige lehnen eine Rückzahlung kategorisch ab oder antworten einfach gar nicht“, berichtet Schuster-Wolf.

Es geht um Reisen, die vom Veranstalter, der Fluglinie oder dem Unterkunftgeber abgesagt oder auch von Kunden selbst storniert wurden, die fürchteten, nach ihrem Urlaub nicht mehr zurückzukommen und in einem anderen Land festzusitzen. Sie bekamen ihre Anzahlungen zurück, teils aber auch schon komplett überwiesene Rechnungsbeträge.

Es reißt nicht ab, jeden Tag haben wir es mit einer Flut neuer Fälle zu tun.
Christian Schuster-Wolf 
(Konsumentenschützer AK)

Dass einige Veranstalter auf spezielle, auf Corona abgestimmte, Regeln gewartet haben, hält Schuster-Wolf für wahrscheinlich. Seitens der EU sei dann aber klar signalisiert worden, dass die hier maßgeblichen reiserechtlichen Bestimmungen nicht geändert werden. Das habe sicher Klarheit gebracht und schließlich dazu geführt, dass die Anbieter schließlich ihre abwartende oder ablehnende Haltung aufgegeben hätten.

Kostenlos registrieren und weiterlesen

Dieser Exklusiv-Artikel ist nur für Nutzer verfügbar, die sich kostenlos auf tt.com registriert haben.

Jetzt kostenlos registrieren
Ich bin bereits registriert und möchte mich anmelden

Kommentieren


Schlagworte