Beim Venet gehen die Wogen hoch

Die SPÖ Landeck fordert eine öffentliche Entschuldigung vom Vizebürgermeister.

Heftige Kritik gibt es rund um die Venet Bergbahnen AG.
© Reichle

Landeck – Eine „Entgleisung des Landecker Vizebürgermeisters Hittler“ sieht SPÖ-Landtagsabgeordneter Benedikt Lentsch, eine öffentliche Entschuldigung fordert die SPÖ-Stadtpartei Landeck auf Facebook für dessen „Ausraster“ und „niveauloses Verhalten“. Nach der außerordentlichen Gemeinderatssitzung zur Venet Bergbahnen AG gehen die Wogen hoch.

Für Empörung sorgt dabei nicht nur das 1-Millionen-Euro-Rettungspaket, das dort beschlossen worden war, sondern auch die Art und Weise, wie das geschah. Der amtierende ÖVP-Vizebürgermeister Thomas Hittler hatte Gemeinderat Manfred Jenewein und den Zammer Landtagsabgeordneten Benedikt Lentsch als „Wunderwuzzis“ bezeichnet, sie würden dem Venet und den Gemeinden mit ihrer Kritik schaden.

Als Jenewein antworten wollte, verweigerte ihm Hittler, der derzeit die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters bis zu einer Neuwahl führt, das Wort und ließ abstimmen. Auf die fassungslose Erklärung Jeneweins, da könne man auch daheimbleiben, sagte Hittler, das stehe diesem frei – die SPÖ verließ (mit dem Grünen-Mandatar) deshalb nach der Abstimmung den Saal. „Nicht nur, dass kurzerhand Millionen aus den Gemeindekassen von Landeck und Zams abgezogen werden, offensichtlich hat man sich auch von jeglicher Debatten- und Gesprächskultur verabschiedet“, sagt Lentsch. Es sei nun klar, dass die Verantwortlichen kein Interesse an echten gemeinsamen Lösungen hätten. „Wenn in einer Gemeinderatssitzung gewählten Vertretern das Wort verwehrt wird, Fraktionen und Personen beschimpft werden und de facto aus der Sitzung geworfen werden, dann ist das mehr als alarmierend“, so Lentsch.

Die SPÖ Landeck kritisierte noch einmal fehlende Unterlagen und Ungereimtheiten rund um das Venet-Rettungspaket. So seien Summen unklar. Ihre Fragen waren nicht beantwortet worden, stattdessen gab es Angriffe. Vizebürgermeister Hittler solle an seinem „Demokratieverständnis arbeiten“.

Entschuldigen wolle er sich nicht, erklärte gestern Hittler. „Ich sehe keinen Grund.“ Hittler weiter: „Wunderwuzzi ist für mich nichts Schlechtes.“ Er habe in der Sitzung vor seinem Redebeitrag noch gefragt, ob es Wortmeldungen gebe, erinnert er sich: „Dann sage ich etwas und lasse abstimmen.“ Er habe noch nie jemanden hinausgeschmissen. Weitere Kritik der SPÖ wies er von sich.

Gestern hat er zusätzlich einen öffentlichen Brief an Lentsch gesandt. Darin rief er diesen auf, seine „Ideen, Strategien und Konzepte“ zu präsentieren. Für „politische Spiele“ sei kein Platz. Der Venet habe kein „politisches Mascherl“. Er „verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung“ und wünsche einen schönen Sonntag – so beendete Hittler das Schreiben. (mr)


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