Explosion in Beirut: Tierschützer suchen vermisste Haustiere

In sozialen Netzwerken teilt eine Tierschutzorganisation bebilderte Suchanfragen und Videos von bewegenden Zusammenführungen mit den haarigen Gefährten.

Die Organisation teilt Bildern von vermissten Haustieren auf ihrer Facebook-Seite.
© Screenshot/Facebook/AnimalsLebanon

Beirut – Tierschützer sind auch knapp eine Woche nach der folgenschweren Explosion im Hafen Beiruts bemüht, Haustiere wieder mit ihren Besitzern zu vereinen. Knapp 80 Tiere seien seit Beginn der Suche an ihre Besitzer zurückgegeben worden, sagte der Leiter der Tierschutzorganisation Animals Lebanon, Jason Mier, der Deutschen Presse-Agentur am Montag.

Es sei schön, in einer so schweren Zeit ein wenig Freude bereiten zu können. "Die Reaktionen der Menschen, die wieder mit ihren Tieren vereint sind, machen die Tage leichter."

In sozialen Netzwerken teilt die Organisation neben bebilderten Suchanfragen – etwa zur schwarz-weißen Katze Fattusch oder dem Terrier Whiskers – auch Videos von bewegenden Zusammenführungen mit den haarigen Gefährten. In einem der Videos humpelt eine Frau, selbst schwer verletzt, auf ihre gefundene Katze zu:

In einem anderen rennt ein Hund freudig mit dem Schwanz wedelnd auf sein Herrchen zu.

"Auch die Tiere brauchen Hilfe"

© AnimalsLebanon

Bei der Explosion im Hafen Beiruts vergangenen Dienstag wurden mindestens 160 Menschen getötet und mehr als 6.000 verletzt. "Unsere Herzen werden immer bei den Menschen sein", schreibt die Organisation auf Facebook. "Aber da sind auch die Tiere, die Hilfe brauchen." Durch die Explosion seien viele Haustiere verschreckt und verletzt worden. Einige seien durch zerbrochene Fenster und Türen auf der Suche nach Schutz entwischt, andere unter Trümmern eingeklemmt worden.

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Über 300 Haustier-Suchmeldungen seien seit der Explosion eingegangen, sagte Mier. Mehr als 200 Freiwillige suchen, retten und pflegen verloren gegangene Katzen und Hunde. Man stimme sich kontinuierlich mit dem Roten Kreuz, dem Zivilschutz und anderen Gruppen ab. "Diese Arbeit läuft noch bis Freitag, zehn Tage nach der Explosion", sagte Mier. "Dann werden wir die Bedürfnisse neu bewerten und weitermachen." Die Helfer kümmern sich auch um Tiere, deren Besitzer gestorben sind. (APA/dpa)


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