Abzocke über Adressverzeichnis: Polizei warnt vor "Notfall-E-Mails"

Mit widerrechtlich erlangtem E-Mail-Account werden sogenannte Notfall-E-Mails an die Kontakte im Adressverzeichnis versendet.

Symbolfoto.
© APA

Innsbruck – In einer Aussendung am Dienstag warnt die Polizei vor einer perfiden Abzocker-Methode, die aktuell immer häufiger vorkommt.

So versandte am Dienstag ein unbekannter Täter an sämtliche E-Mail-Kontakte eines 78-Jährigen unter dessen E-Mail-Adresse und somit in dessen Namen ein E-Mail. Dort gab der Unbekannte an, dass er sich in der Ukraine befinden würde und all sein Geld und seine Dokumente gestohlen worden seien.

Um für sein Flugticket und die Hotelrechnung aufkommen zu können, möge ihm Geld geliehen werden. Da einem der Empfänger dies eigenartig vorkam, verständigte dieser den 78-Jährigen und so konnte ein Schaden vermieden werden.

Immer das gleiche Muster

Die Täter gehen laut Polizei immer auf die gleiche Art und Weise vor. Sie verschaffen sich Zugang zu einem E-Mail-Account und verschicken in dessen Namen dann sogenannte "Notfall-E-Mails" an die Kontakte im Adressverzeichnis.

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In der E-Mail selbst wird vorgegeben, dass man sich in einer Notlage im Ausland befinde und dringend Geld für die von den Behörden zu genehmigenden Rückreise und die Bezahlung des Hotels benötige. Die Zahlung soll dann über Geld-Transfer-Dienste verschiedener Firmen erfolgen. Hier sei, so die Polizei, eine Nachvollziehbarkeit schwierig bis unmöglich, die Behebung selbst geschehe zumeist unter Vorlage von gefälschten Ausweisdokumenten. (TT.com)

Wie kann man sich schützen | Tipps:

➤ Informieren Sie Ihre Kontakte von dem Vorfall, wenn Sie bemerken, dass Sie keinen Zugang mehr auf ihren E-Mail-Account haben oder Ihr Passwort geändert wurde, damit diese auf die E-Mails nicht reagieren und keine Zahlungen tätigen.

➤ Nehmen Sie mit dem E-Mail-Dienstanbieter Kontakt auf und informieren Sie ihn darüber, dass auf Ihren E-Mail-Account widerrechtlich zugegriffen wird. Der Anbieter kann die Einstellungen zurücksetzen und so den Account wieder für Sie erlangen.

➤ Beachten Sie, dass oftmals analog zum "übernommenen" Mail-Account ein gleichlautender E-Mail-Account bei einem anderen E-Mail-Anbieter besteht, der zusätzlich zur Verschleierung beiträgt. Es erscheint sinnvoll, auch diesen Dienstanbieter von dem Vorfall sowie dem nur für Betrugszwecke erstellten Account zu informieren und um die Löschung oder Sperre desselben zu ersuchen.

Wenn man in die Falle getappt ist:

➤ Nicht auf die Forderungen der Täter eingehen.

➤ Beweismittel aufbewahren und Anzeige bei der Polizei erstatten.


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