Biden zieht mit Kamala Harris als Vize in Wahlkampf gegen Trump

Die Würfel sind gefallen: Bei seiner Suche nach einer Kandidatin für die Vizepräsidentschaft wurde Trump-Herausforderer Joe Biden fündig. Die Senatorin und ehemalige Konkurrentin Kama Harris soll an seiner Seite in den Wahlkampf ziehen.

Senatorin Kamala Harris wird an der Seite von Joe Biden in den Wahlkampf ziehen.
© JEFF KOWALSKY

Washington – Der designierte demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden zieht mit Kamala Harris als Vize an seiner Seite in den Wahlkampf gegen Amtsinhaber Donald Trump. Dies teilte sein Team am Dienstag mit. Harris sei eine "furchtlose Kämpferin für den kleinen Mann", schrieb Biden auf Twitter. Harris selbst werde sich am Mittwoch öffentlich äußern.

Damit steht zum ersten Mal eine nicht-weiße Frau an der Seite eines US-Präsidentschaftskandidaten. Die 55-Jährige ist selbst eine ehemalige Präsidentschaftsbewerberin und frühere Staatsanwältin. Die Tochter von Eltern aus Jamaika und Indien gilt als angriffslustig, was im Wahlkampf bei Vize-Kandidaten gerne gesehen wird.

Biden selbst hatte acht Jahre lang als Vize-Präsident unter Barack Obama gedient. Er hatte bereits im Vorfeld angekündigt, mit einer Frau als "running mate" bei der Präsidentenwahl am 3. November antreten zu wollen. Teile seiner Partei hatten den Demokraten zudem aufgefordert, eine nicht-weiße Kandidatin auszuwählen.

Kamala Harris war im Vorwahlkampf der Demokraten mangels Zuspruchs ausgeschieden, obwohl sie zuvor als eine der Favoritinnen gegolten hatte. In einer TV-Diskussion griff sie Joe Biden frontal an, konnte sich schlussendlich jedoch nicht lange im Rennen um die Nominierung halten. Wie auch ihre damaligen Konkurrentinnen Elizabeth Warren und Pete Buttigieg stellte sich Harris nach ihrem Ausscheiden dann jedoch hinter den ehemaligen Vizepräsidenten unter Barack Obama.

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Die Entscheidung ist in diesem Jahr wegen Bidens vergleichbar hohen Alters von 77 Jahren von größerer Bedeutung als bei früheren Präsidentenwahlen: Es wird spekuliert, dass er im Fall eines Siegs im November in vier Jahren dann nicht mehr für eine zweite Amtszeit antreten könnte. Dann wäre die jetzige Wahl als Vize-Kandidatin bereits die logische Nachfolgerin. (mats, APA, Reuters)


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