Kann RB Leipzig die W-Frage gegen Atletico beantworten?

Im Champions-League-Viertelfinale trifft RB Leipzig am Donnerstagabend (21.00 Uhr, live Sky) auf Atletico Madrid. Es ist auch ein Duell der Trainer-Vulkane.

Die Leipziger Hoffnungen ruhen auch auf den Schultern von ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer.
© RONNY HARTMANN

Lissabon – Julian Nagelsmann hat die W-Frage für sich persönlich schon gelöst. Aus der Antwort macht der Trainer von RB Leipzig vor dem Viertelfinal-Duell beim Königsklassen-Blitzturnier gegen Atletico Madrid aber noch ein großes Geheimnis. Wie ist der nach England abgewanderte Torgarant Timo Werner ausgerechnet gegen Europas stärkstes Abwehr-Bollwerk zu ersetzen? „Ich habe schon ein­e Idee im Kopf, aber ich werde sie nicht preisgeben“, sagte Nagelsmann.

Durch nichts und niemanden will sich Nagelsmann vor der für ihn und RB Leipzig mit Abstand bislang wichtigsten Partie ablenken lassen. Weder der Werner-Wechsel zum FC Chelsea noch die Corona-Fälle bei Gegner Atletico und schon gar nicht die ungewöhnlich dicken grauen Regenwolken über dem Rio Tejo sollen die Sachsen bei der Chance auf einen historischen Champions-League-Coup vom Kurs abbringen. „Es geht um die Frische, die nötige Gier zu entwickeln und mit Power ins Spiel zu gehen“, forderte Nagelsmann.

Nächstes Prestige-Duell für Trainer Nagelsmann

Als Blaupause dient dabei die erfolgreich bestandene internationale Reifeprüfung gegen Vorjahresfinalist Totten­ham Hotspur, der kurz vor der Corona-Zwangspause im Frühjahr im Achtelfinale entzaubert wurde. Die Siege gegen die Spurs (1:0/3:0) waren auch für Nagelsmann ein Renommee-Gewinn im Trainer-Duell mit dem großen Jose Mourinho. Nun geht es für den mit 33 Jahren jüngsten Coach im Viertelfinal-Feld gegen die kampferprobte Auswahl von Trainer-Einpeitscher Diego Simeone. „Ich freue mich jetzt, dass ich nach Jose auch Diego das erste Mal persönlich begegnen darf – und wir ihn und seine Mannschaft hoffentlich ähnlich souverän ausschalten werden“, stichelte Nagelsmann.

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Für den Werner-Ersatzplan hängt viel vom Gesundheitszustand der verbliebenen Stürmer Yussuf Poulsen und Patrik Schick ab, die nach Knöchelverletzung und Rückenproblemen um ihre Fitness kämpfen. Sehr präsent in Lissabon ist übrigens auch Marcel Sabitzer, der von vielen Werbeplakaten lacht und auch am Rasen eine Schlüsselrolle einnehmen soll.

Die Schlüsselrolle bei Atletico nimmt neben Trainer Simeone vor allem die Defensive ein. Und was man fast schon vergessen hat: Atletico hat vor der leidigen Corona-Pause niemand Geringeren als Titelverteidiger Liverpool aus dem Bewerb geworfen. „Ich verstehe nicht, warum Atletico so Fußball spielt“, hatte „Reds“-Coach Jürgen Klopp damals genervt abgewinkt. Simeone versteht es – und deshalb bleibt Atletico Madrid auch am Donnerstagabend (21.00 Uhr/live Sky) der Favorit auf den Halbfinal-Einzug. (t.w., dpa)


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