Heißes Holland, zähe Zukunftsplanung: Herzog holt sich den Feinschliff

Tirols Eisschnelllauf-Star Vanessa Herzog bereitet sich auf eine ungewisse Saison vor. Dass der Weltcup heuer nicht wie geplant über die Bühne gehen wird, das ist zumindest schon sicher.

Mit Eisschnelllauf-Legende Ireen Wüst (2. v. r.) hat die Tirolerin Vanessa Herzog (2. v. l.) in Heerenveen eine erfahrene Trainingspartnerin.
© Herzog

Von Roman Stelzl

Heerenveen – Von 35 Grad Außentemperatur hinein in die zwölf Grad kühle Halle von Heerenveen – es gibt viele Schritte im Leben der Vanessa Herzog, doch diese macht die Innsbruckerin besonders gerne. „So heiß habe ich es in den Niederlanden noch nie erlebt. Da ist die Halle eine feine Abwechslung“, schmunzelt die Eisschnelllauf-Welt- und -Europameisterin nach den ersten Trainingseinheiten.

Am Mittwoch schnellte das Thermometer dann so weit nach oben, dass Nichtstun und nasse Abkühlung am freien Tag gerade richtig waren. „Ich war hier noch nie am Strand, das ist auch mal was Neues“, erzählt die 25-jährige Wahl-Kärntnerin. Ansonsten gehört Nichtstun weiter dem Fremdwörterbuch an – nach den Sommereis-Einheiten in ihrer „Heimhalle“ in Inzell holt sich Herzog nun bei ihrer Trainingsgruppe in den Niederlanden den Feinschliff. Als einzige „Nicht-Holländerin“ in einer Gruppe, die von Olympiasieger Michel Mulder betreut wird. „Das Training läuft wirklich sehr gut, die Gruppe ist wirklich cool. Ansonsten musste ich heuer wenig Abstriche machen und konnte mich gut vorbereiten“, ergänzte Österreichs Sportlerin des Jahres, die aufgrund der Corona-Pandemie komplett auf die Inline-Skate-Rennen verzichten musste. „Aber so konnte ich mich intensiver auf die Eiszeit einstimmen, ist ja auch gut.“

Auf was genau sich Herzog aber vorbereitet, ist vorerst noch offen. Am 28. August wird entschieden, wie, wann, wo und ob die Weltcup-Saison stattfindet. Österreichs Eisprinzessin kann sich dabei nur schwer Gegner aus allen Ländern vorstellen: „Der Amerika-Weltcup (Anfang Dezember, Anm.) fällt sicher aus – ich kann mir nicht vorstellen, da hinzufliegen. In Polen ist wieder mehr los, in Norwegen sind sie streng. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle teilnehmen. Vielleicht zumindest nur aus Europa.“

Das Ziel ist aber Weltcup – die letzten Zehntel Steigerung werden derzeit in einer tieferen und schnelleren Fahr-Position gesucht. „Es geht immer noch tiefer“, sagt Herzog, „Daneben arbeiten wir viel am Timing auf der Geraden.“ Denn heiß hergehen soll es dann nicht mehr draußen, sondern in der Halle.


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