Alles eine Frage der Dosierung: Tiroler Auer ist mehrgleisig am Gas

Heute kehrt Lucas Auer (BMW) an seine DTM-Erfolgsstätte auf dem Lausitzring zurück. Die Vorbereitung war speziell. Die Jagd auf Branchenprimus Audi geht in die nächste Runde.

Wohin geht die Reise mit BMW für Tirols PS-Aushängeschild Lucas Auer?
© BMW Motorsport

Von Daniel Suckert

Innsbruck – Nein, es war kein­e gewöhnliche Vorbereitung für Lucas Auer. Nach dem Auftakt im belgischen Spa ging es kurz nach München (Simulator) und dann gleich nach Berlin. Der Tiroler war als Formel-E-Ersatzfahrer in einem Hotel „eingesperrt“. Einsatz gab es beim Finale der Serie keinen, die Laune verdarb ihm das aber nicht.

„Die ersten Tage durfte ich wegen der ausstehenden Corona-­Tests das Hotelzimmer gar nicht verlassen“, erklärte der 25-Jährige schmunzelnd. „Da habe ich mir einen Trainingsparcours auf 14 m² gebaut. Nach zwei negativen Tests habe ich dann mehr tun dürfen.“

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DTM, Kurzeinsätze beim GT-Masters und der Formel E – das rot-weiß-rote Aushänge­schild ist mehrgleisig unterwegs. Das spricht nicht nur für seine Qualitäten, sondern auch für das Vertrauen seines Arbeitgebers. Auer: „Wir haben gemeinsam noch viel vor.“ Das trifft auch auf die kommenden Wochenenden zu: Am Lausitzring wird nicht nur am 15./16. August aufs Gaspedal gedrückt, sondern auch acht Tage später gleich noch zweimal. Gute Nachrichten für den „Luggi“, der ja dort vor vier Jahren seinen ersten Sieg im Deutschen Tourenwagen Masters bejubeln durfte: „Diese Erinnerungen zaubern mir immer noch ein Lächeln ins Gesicht.“

Daran kann offenbar auch der aktuell große Abstand von BMW auf Audi nichts ändern. In der Gesamtwertung liegen sechs Audis vorne – dann folgt Auer als „best of the rest“. Noch vor Landsmann Philipp Eng oder Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock (GER). Und das, obwohl der Unterländer im Vorjahr nur im Formel-Sport (Super Formula) unterwegs war: „Der Umstieg ist mir noch nicht ganz gelungen. Hin und wieder merke ich, dass ich zu viel will. Da muss ich mich mehr dosieren“, schenkte Auer Einblicke und schickte gleich ein Versprechen an die Konkurrenz hinterher: „Mit jeder weiteren Fahrt kommt das alte Gefühl zurück. Und wer wenn nicht BMW kann einen Rückstand aufholen? Ich bleib­e optimistisch.“


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