Pro & Contra: Ist eine Impfpflicht gegen Covid-19 sinnvoll?

Der Gesundheitsökologe Clemens Arvay tritt vehement gegen eine verpflichtende Impfung ein, die Biochemikerin Renée Schroeder ist dafür und wäre sogar gern Testperson.

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PRO: Renée Schroeder

Ich bin für eine Impfpflicht, bin mir aber bewusst, dass diese nicht umsetzbar ist. Einfach nicht machbar in einem demokratischen Staat. Impfgegner und Skeptiker, die Angst vor Impfungen haben, und überzeugt sind, dass Impfungen schädlich sind, werden mit Sicherheit an allerlei Nocebo-Effekten leiden. Wir wissen ja, wie stark Einbildung sein kann.

Impfungen zählen mit Abstand zu den erfolgreichsten Behandlungsmethoden. So konnten Infektionskrankheiten wie Pocken, Tetanus und Polio stark eingedämmt oder ganz eliminiert werden. Der Erfolg dieser Impfungen hat die Menschen vergessen lassen, wie schlimm Infektionskrankheiten sein können. Wir haben vergessen, dass vor 120 Jahren die Lebenserwartung in Europa­ noch unter 40 Jahren lag. Impfungen gegen Covid-19 sind die beste Methode, um die Pandemie schnell einzudämmen, bevor Millionen Menschen daran sterben oder schlimme Langzeitschäden davontragen.

Für die Entscheidung Impfpflicht oder nicht, muss der Nutzen dem Schaden unbedingt gegenübergestellt werden. Es müssen die Covid-19-Toten und Covid-19-Langzeitschäden (die teilweise massiv zu sein scheinen) mit den Langzeit-Impfschäden verglichen werden. Nur mit diesem Vergleich und mit gesicherten Zahlen können Menschen überzeugt werden, sich impfen zu lassen. Aufklärung muss geleistet werden. Am besten ist es natürlich, wenn Menschen erkennen, dass sie eine hohe Verantwortung für Mitmenschen haben und sich so verhalten, dass sie nicht als Virusüberträger oder als Virusschleuder agieren. Ich stelle mich gerne als Testperson für Impfungen zur Verfügung!

Dr. Renée Schroeder ist Biochemikerin, war lange in der Forschung, heute Autorin und Bäuerin. / Dipl.-Ing. Clemens Arvay ist Biologe und Buchautor mit Schwerpunkt Gesundheitsökologie.
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CONTRA: Clemens Arvay

Impfstoffentwicklungen dauern 8–12 Jahre. Wartezeiten können Langzeitnebenwirkungen offenlegen. Wegen Corona wurden Teleskopierungen erlaubt: Man schiebt einzelne Phasen ineinander und die üblichen Wartezeiten werden nicht eingehalten. Dadurch steigt unweigerlich das Risiko.

Beispiel: Ein favorisierter genetischer Patent-Impfstoff stammt von einem Ableger-Unternehmen der Uni Oxford: Ein Vektorvirus bringt Corona-Erbgut in unsere Zellen, sodass das Antigen erst in unserem Körper gebildet wird. Im Mai zeigte ein Primatenversuch mangelnde Immunität, da war das Präparat aber bereits an Menschen verabreicht worden.

Die klinischen Phasen I bis II wurden dann zusammen auf einen Monat gekürzt. 60 Prozent der Teilnehmer reagierten mit Kopfschmerz, 16 Prozent mit Fieber – signifikant mehr als üblich!

Doch anstatt einer ausreichend langen Untersuchung der Nebenwirkungen wurde eine Erlaubnis für die letzte Phase erteilt, obwohl die finale Auswertung der Phasen I bis II noch aussteht. Die Zulassung wird mit Herbst angestrebt. Unentdeckte Langzeitwirkungen könnten sich dann durch breite Anwendung potenzieren. Schon jetzt werden Millionen Dosen von dem Vakzin vorproduziert.

„Die Teleskopierung von Testabfolgen setzt uns alle einem unnötigen Impf-Risiko aus“, schrieb auch der renommierte Genetiker William Haseltine.

Also: ein klares Nein zur Impfpflicht!


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