Snackhersteller Kelly's benennt seine „Zigeunerräder“ um

Der Wiener Paprika-Snack wird Ende August in „Zirkusräder“ umbenannt. Auch Knorr gab bekannt, dass seine Zigeunersauce demnächst „Paprikasauce Ungarische Art“ heißen soll.

Kelly's will dem Snack einen zeitgemäßeren Namen geben.
© Kelly's

Wien, Berlin – Vor dem Hintergrund der Diskussion über rassistische Namen und Begriffe will der Wiener Snackhersteller Kelly's seine Zigeunerräder umbenennen. Ab Ende August soll das Produkt „Zirkusräder“ heißen, berichtete die Kronen Zeitung am Wochenende.

„Der Geschmack bleibt unverändert, lediglich die Namensgebung werden wir zeitgemäß anpassen“, zitierte die Zeitung das Unternehmen.

Knorr benennt Zigeunersauce um

Der heimische Snackerzeuger ist nicht das einzige Unternehmen, das im Zuge der weltweiten Rassismusdebatte Produktnamen ändert. Auch Knorr gab heute bekannt, dass die Zigeunersauce in ein paar Wochen „Paprikasauce Ungarische Art“ heißen soll. „Da der Begriff 'Zigeunersauce' negativ interpretiert werden kann, haben wir entschieden, unserer Knorr Sauce einen neuen Namen zu geben." Der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma begrüßte die Entscheidung. „Es ist gut, dass Knorr hier auf die Beschwerden offenbar vieler Menschen reagiert", sagte der Vorsitzende Romani Rose dem Blatt.

Ihm selbst bereite allerdings der wachsende Antiziganismus in Deutschland und Europa größere Sorgen. „Für den Zentralrat sind vor diesem Hintergrund Zigeunerschnitzel und Zigeunersauce nicht von oberster Dringlichkeit." Viel wichtiger sei es, Begriffe wie „Zigeuner" kontextabhängig zu bewerten, „wenn etwa in Fußballstadien „Zigeuner" oder „Jude" mit offen beleidigender Absicht skandiert wird".

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In Wien hatte zudem zuletzt die „Mohren“-Apotheke ihren Namen und ihr Logo aufgrund von Kritik geändert. (APA/dpa, TT.com)


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