Guardiola schon wieder draußen: Lyon wartet auf die Bayern

Kein Wiedersehen mit Pep: Der FC Bayern trifft im Halbfinale der Champions League nicht auf Manchester City und Ex-Trainer Guardiola – sondern auf Olympique Lyon. Es wird eine deutsch-französische Woche in der Königsklasse.

Fußball-Coach Pep Guardiola hat nach dem Viertelfinal-Aus mit Manchester City zumindest versucht, optimistisch in die Zukunft zu blicken. "Es ist, was es ist."
© FRANCK FIFE

Lissabon – Das hatte sich Pep Guardiola sicher anders vorgestellt. Anstatt im Halbfinale seinen Ex-Club FC Bayern zum Gigantenduell zu fordern, schied der spanische Startrainer mit Manchester City im Viertelfinale sang- und klanglos gegen den mutigen Außenseiter Olympique Lyon aus.

⚽ DAS SPIEL: Man City spielte wie gewohnt dominant, mit viel Ballbesitz, aber in veränderter Grundordnung. Gefahr strahlten die Skyblues damit nicht aus. Im Gegenteil schienen die City-Stars verunsichert. Maxwel Cornet (24.) nutzte das zur Führung. Erst nach einer Stunde stellte Guardiola wieder um, Manchester erhöhte massiv den Druck und drängte Lyon in die Defensive. Der Ausgleich durch Kevin De Bruyne war deshalb nicht unverdient (69.). Doch Lyon gab nicht auf. Ein schneller Konter reichte zu erneuten Führung durch den eingewechselten Moussa Dembélé (79.), der City kurz vor Schluss endgültig K.o. setzte. „Wir haben gut gespielt, wir hatten mehr Schüsse, mehr von allem“, sagte Guardiola bei Sky. „Aber es war nicht gut genug. (...) Wir haben verloren. Also war der Plan nicht gut.“

⚽ DIE SZENE DER PARTIE: Guardiola schlug die Hände über dem Kopf zusammen, fiel auf die Knie und rupfte verzweifelt ein paar Grashalme heraus. Es waren die Sekunden, in denen die erneute Lyon-Führung fiel. Der Pep-Plan, mit dann gewohnter Grundordnung weiter Druck zu machen und das 2:1 zu schießen, war dahin. Nach dem Spielende gratulierte Guardiola seinem Gegenüber Rudi Garcia, wirkte bei jedem Schritt durch das fast menschenleere Estádio José Alvalade aber immer fassungsloser. Wie schon in den beiden vergangenen Jahren ist für den Spanier im Königsklassen-Viertelfinale Schluss. Zu wenig - auch für die Ansprüche der Clubeigentümer aus Abu Dhabi.

⚽ DER BAYERN-GEGNER: Lyon also. Damit gerechnet hätten schon vor dem Achtelfinale nur die wenigsten Experten. Dann aber warf OL den italienischen Rekordmeister Juventus Turin um Superstar Cristiano Ronaldo aus dem Wettbewerb. Gegen City war der aufopferungsvolle Abwehrkampf entscheidend. Und die Ideen von Trainer Rudi Garcia. Dembélé brachte er erst in der 75. Minute für den völlig ausgepumpten Memphis Depay. „Wir wissen, dass wir sehr Fußball spielen können“, sagte der Matchwinner. Am Mittwoch (21.00 Uhr) ist der deutsche Rekordmeister nach dem 8:2 gegen den FC Barcelona aber der absolute Favorit. „Wir müssen bereit sein“, sagte Dembélé.

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⚽ DEUTSCH-FRANZÖSISCHE FREUNDSCHAFT: Erstmals in der Geschichte der Champions League stehen zwei deutsche und zwei französische Clubs im Halbfinale - und in beiden Nationen dürften die Fans vom großen Coup für das Endspiel am 23. August hoffen. Vor dem Bayern-Spiel am Mittwoch misst sich RB Leipzig am Dienstag (21.00 Uhr) mit dem französischen Meister Paris Saint-Germain. (dpa)

Macron erfreut über CL-Halbfinale: „Motoren Europas"

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron freut sich auf die deutsch-französischen Halbfinalspiele in der Champions League. „In Brüssel und auf dem Feld - Deutschland und Frankreich sind die Motoren Europas", twitterte der 42-Jährige nach dem 3:1 von Olympique Lyon gegen Manchester City im Viertelfinale des Finalturniers der Königsklasse in Lissabon am Samstagabend.

In der Vorschlussrunde trifft OL am Mittwoch auf den deutschen Rekordchampion FC Bayern München, im ersten Halbfinale am Dienstag spielen der französische Meister Paris Saint-Germain und der deutsche Bundesligist RB Leipzig gegeneinander.

„Bundeskanzlerin Merkel wird es mir nicht übel nehmen, dass ich am Dienstag und Mittwoch Paris und Lyon unterstütze", schrieb Macron. Angela Merkel wird am Donnerstag zu einem Besuch in Marcrons Präsidentenresidenz Fort de Bregancon am Mittelmeer erwartet. Die deutsche Bundesregierung hat noch bis Ende des Jahres die EU-Ratspräsidentschaft inne.


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