Oppositionspolitikerin in Weißrussland: Bin bereit, das Land zu führen

In einer Videoansprache hat Swetlana Tichanowskaja ihre Bereitschaft zur Machtübernahme signalisiert. Zugleich sprach sie sich dafür aus, den rechtlichen Rahmen für neue und faire Wahl zu schaffen.

Nach der Wahl ist Tichanowskaja laut Angaben ihres Teams wegen Drohungen der Behörden nach Litauen ausgereist.
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Minsk/Vilnius – In Weißrussland (Belarus) hat Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja ihre Bereitschaft zur Machtübernahme signalisiert. Sie sei bereit, ihr Land zu führen, sagte sie am Montag in einer von Litauen aus verbreiteten Videoansprache. Zugleich sprach sie sich dafür aus, den rechtlichen Rahmen für eine neue und faire Wahl zu schaffen.

An den Sicherheitsapparat ihres Heimatlandes appellierte sie, sich von der Regierung von Präsident Alexander Lukaschenko zu lösen und die Seiten zu wechseln. Ihr früheres Verhalten werde vergeben, wenn sie dies jetzt täten.

Präsidentschaftskandidatin Tichanowskaja war nach der Wahl am vorvergangenen Wochenende laut Angaben ihres Teams nach Drohungen der Behörden nach Litauen ausgereist. Ihr Mann ist als Oppositioneller seit längerem in Weißrussland in Haft.

Lukaschenko regiert das Land seit 26 Jahren autoritär. Nach der Wahl hatte er sich zum Sieger mit großem Vorsprung erklärt. Die Opposition sprach von Wahlbetrug und reagierte mit Demonstrationen, gegen die Sicherheitskräfte teils brutal vorgingen.

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Polen verfolgt Situation an der Grenze

Das benachbarte Polen verfolgt unterdessen die Situation an seiner Grenze zu Weißrussland. „Wir beobachten, was in Belarus geschieht – genau wie alle NATO-Länder, und wir werden uns auch ansehen, was an unseren Grenzen geschieht", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Wojciech Skurkiewicz im Rundfunk. „Wir werden bei dieser Beobachtung nicht passiv sein."

Die weißrussische Armee plant, vom 17. bis 20. August in der Nähe eines Atomkraftwerks und in der an Polen und Litauen angrenzenden Region Grodno Übungen abzuhalten, wie die Nachrichtenagentur RIA am Sonntag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtet. Lukaschenko hatte zuvor gesagt, dass Luftstreitkräfte an die weißrussische Westgrenze verlegt würden. (APA/Reuters)

Zehntausende bei bisher größter Demo gegen Präsidenten

Es war eine der größten Demonstrationen der Opposition in der Geschichte von Weißrussland (Belarus): Zehntausende Menschen versammelten sich am Sonntag in Minsk zu einem „Marsch der Freiheit" und forderten den Rücktritt von Staatschef Alexander Lukaschenko. Der Präsident versuchte bei einer Gegendemonstration, seine Anhänger zu mobilisieren. Zuvor hatte er in Moskau um Unterstützung ersucht.

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