Gut zu wissen: Tipps zur richtigen Nutzung von Kindersitzen

Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten kann es im Falle eines Bremsmanövers zu schweren Verletzungen kommen. Der ÖAMTC hat eine Kampagne zum Thema Kindersicherung im Auto gestartet.

(Symbolfoto)
© Nicolas Armer

Wien – Bei Unfällen kommen Kinder im Pkw meist zu Schaden, weil sie gar nicht oder falsch gesichert werden. Dabei würde ein geeignetes Kinderrückhaltesystem den Nachwuchs schon bei leichten Unfällen vor schweren Verletzungen bewahren, so der ÖAMTC in einer Aussendung am Mittwoch.

Denn im Falle eines plötzlichen Bremsmanövers sei das Verletzungsrisiko bereits bei geringen Geschwindigkeiten hoch. "Ein Aufprall mit 50 km/h kommt einem Sturz aus dem dritten Stockwerk gleich. Kinder sollten daher unbedingt entsprechend ihrer Größe und ihres Gewichts korrekt im Auto gesichert werden", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

✅ Tipps zur korrekten Kindersitzverwendung

Fester Sitz. Der Kindersitz muss sich fest auf dem Fahrzeugsitz befestigen lassen, kippsicher sein, und darf nicht verrutschen.

Rückwärts gerichtete Systeme dürfen bei aktiven Front-Airbags nicht auf dem Beifahrersitz verwendet werden.

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Auf den richtigen Gurtverlauf beim Kind achten. Der Schultergurt soll über die Schultermitte, der Beckengurt so tief wie möglich über die Leistenbeuge gehen.

➤ Lose Gurte vermeiden. Das Kind soll immer straff angegurtet sein.

➤ Gurtverlauf und Kopfabstützung dem wachsenden Kind anpassen.

➤ Bedienungsanleitung genau befolgen, um Fehlbedienung zu vermeiden.

➤ Wenn sich Kinder bereits selbstständig anschnallen, ist es sinnvoll, die Gurtführung vor der Fahrt zu überprüfen. Der Gurt darf nicht verdreht sein.

SERVICE

Die 15 häufige Fragen und Antworten

Der aktuelle Kindersitztest des ÖAMTC

📽| Video: Kindersitztest 2020

Gesetzliche Bestimmungen und Strafen im Falle eines Verstoßes

Je nach Alter und Körpergröße des Kindes gelten verschiedene Bestimmungen für die Kindersicherung im Auto:

  • 1️⃣ Kinder bis 14 Jahre und kleiner als 1,35 Meter benötigen eine dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechende Rückhaltevorrichtung, die nur auf Fahrzeugsitzen, die mit einem passenden Sicherheitsgurt ausgestattet sind, verwendet werden darf.
  • 2️⃣ Kinder über 1,35 Meter können einen üblichen Sicherheitsgurt benützen (bei Beförderung auf Sitzen, die mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sind).
  • 3️⃣ Bei Verstößen gegen die Kindersicherungsbestimmungen droht neben einer Verwaltungsstrafe von bis zu 5.000 Euro auch eine Vormerkung im Führerscheinregister.
  • 4️⃣ Bei der zweiten Vormerkung innerhalb von zwei Jahren wird der Besuch eines Kurses angeordnet, der die Wichtigkeit der richtigen Kindersicherung bewusst machen soll.
  • 5️⃣ Bei weiteren Verstößen kommt es sogar zur Entziehung der Lenkberechtigung.

Bewusstsein schaffen

Die FIA-Kampagne #3500LIVES soll Bewusstsein schaffen, dass Verkehrssicherheit jeden Einzelnen betrifft. Die vier Sujets der Kampagne #3500LIVES – "Immer mit Gurt", "Don't text and drive", "Immer mit Kindersitz" und "Kein Alkohol am Steuer" – werden in den kommenden Wochen in Österreich zu sehen sein.

Die FIA (Fédération Internationale de l'Automobile) ist der internationale Dachverband der weltweiten Mobilitäts- und Automobilclubs mit Sitz in Paris. Österreich wird durch den ÖAMTC vertreten. (TT.com)


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