Langes: „Wir haben eine zweite Chance und die werden wir nützen“

Diana Langes, Präsidentin der WSG Swarovski Tirol, musste sich zuletzt in Geduld üben. Der Liga-Verbleib der Wattener wird eine Gratwanderung.

Die Aufstiegsbegeisterung des Vorjahrs wich dem harten Liga-Alltag. Diana Langes (Mitte) glaubt weiter an ihre Kampfmannschaft: „Man muss seine Ziele immer hoch setzen.“
© gepa

Wattens – Lange musste Dian­a Langes auf die Entscheidung in der Causa SV Mattersburg warten – nun darf sich auch die WSG-Präsidentin auf die neue Bundesliga-Saison freuen:

Wie empfinden Sie rückblickend das Hin und Her rund um Mattersburg, das Sie in Ihrer Planung doch behinderte?

Diana Langes: Wir haben tatsächlich lange in der Luft gehangen, was unsere Planung zurückgeworfen hat. Es gab über drei Wochen Stillstand, in denen wir nicht wussten, worauf wir uns einstellen müssen.

Inwiefern ergaben sich durch die Situation Einschränkungen?

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Langes: Wirtschaftlich und sportlich gesehen war es eine absolute Herausforderung.

Die neue wirtschaftliche Realität, nicht zuletzt durch Corona, mahnt selbst den treuesten Partner zum Sparen. Gilt das auch für die WSG Tirol?

Langes: Sicher. Wir verstehen alle Partner, die sich aus dem Sponsoring herausziehen müssen, jedoch appellieren wir an den Zusammenhalt. Fußball sendet ein so wichtiges Signal des Zusammenhalts, das nie unterschätzt werden darf. Gerade jetzt.

Sie sind im vergangenen Jahr ambitioniert gestartet, heuer folgte sportlich ein Abstieg, der nicht stattfand. Sind Sie enttäuscht?

Langes: Wir haben eine zweite Chance bekommen, und die werden wir nützen.

Bleiben die Ziele dieselben oder wollen Sie sich mehr Zeit geben?

Langes: Unser Ziel bleibt bestehen, und das heißt, uns in der ersten Liga zu etablieren.

Bleibt die Bundesliga-Spitze oder ein internationaler Auftritt ein Ziel?

Langes: Man muss seine Ziele immer hoch ansetzen. Aber jetzt sind wir erst einmal froh, dass wir uns nun in der höchsten Spielklasse beweisen können.

Das Tivoli bleibt die Heimstätte – inwiefern schmerzt die nicht zustande gekommene Rückkehr nach Wattens bzw. soll die überhaupt noch erfolgen?

Langes: Wir folgen den Regeln der Bundesliga, und im Fußball ist grundsätzlich immer alles offen. Egal wo wir spielen, wir geben unser Bestes, und wir sind stolz auf alle, die uns in Wattens und Innsbruck zujubeln.

So gesehen könnte sich die zweite Mannschaft zum Herzensverein der Wattener entwickeln (Regionalliga)?

Langes: Die WSG ist von den ganz Jungen bis zur KM1 nachhaltig aufgebaut, wir sind alle EIN Verein. Und der ist für alle eine Herzenssache.

Sie leiden mit Ihrem Familienunternehmen. Inwieweit lassen sich in Zeiten wie diesen Profifußball und Unternehmensführung unter einen Hut bringen?

Langes: So wie zuvor auch. Ich bin Fußballpräsidentin mit Leib und Seele, habe jedoch keine Funktion in der Unternehmensführung von Swarovski. Es sind zwei getrennte Welten.

Wie lautet das sportliche Ziel fürs kommende Jahr?

Langes: Das Beste geben.

Sie sprachen oftmals von der Suche nach einem großen Geldgeber, der FC Wacker scheint seinen gefunden zu haben. Wie gehen Sie damit um?

Langes: In Zeiten wie diesen muss jeder Verein um sein Überleben kämpfen. Wir haben unsere Strategie, der FC Wacker hat seine. Wir müssen uns gegenseitig Vorteile gönnen, ansonsten hat Sport keine Zukunft.

Sie halten Ihrem Personal die Treue. Kommt der Familienverein WSG Swarovski Tirol nicht eines Tages an den Punkt, dass Profifußball ab einem gewissen Niveau auch mit harten Einschnitten und Abschieden verbunden ist?

Langes: Im Normalfall ist das leider im Fußball nicht zu vermeiden, aber wir sind bisher durch dick und dünn gegangen und werden vorerst auch weiterhin zusammenstehen.

Sie traten mit viel Elan an, der Kräfteverschleiß als Präsidentin ist kein kleiner. Sehen Sie sich auch in absehbarer Zeit im operativen Geschäft oder delegieren Sie mittlerweile mehr?

Langes: Ich sehe es nicht als Kräfteverschleiß, eher als Aufbau von Substanz. Jede positive Reaktion bringt mich voran, und wenn es nach mir geht, stehe ich noch in 20 Jahren jubelnd am Spielfeldrand – und ich werde immer die wichtigsten Entscheidungen treffen.

Das Gespräch führte Florian Madl


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