Bolsonaro zu Reporter: „Hätte Lust, dir auf den Mund zu schlagen“

Der brasilianische Präsident rastete bei der Frage eines Journalisten nach der möglichen Rolle seiner Ehefrau in einer politischen Affäre aus.

Die Bemerkung des Präsidenten sorgte für Aufregung bei den anwesenden Journalisten.
© SERGIO LIMA

Sao Paulo – Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat einem Reporter mit Schlägen ins Gesicht gedroht. „Ich hätte Lust, dir auf den Mund zu schlagen“, sagte der Staatschef am Sonntag zu dem Journalisten der Zeitung O Globo, der ihn zur möglichen Rolle von Präsidentengattin Michelle Bolsonaro in einer politischen Affäre befragt hatte.

Andere anwesende Reporter beschwerten sich über die Bemerkung des Präsidenten, woraufhin dieser ohne weitere Worte den Ort verließ. Der Journalist von O Globo sowie auch Kollegen anderer Medien hatten Bolsonaro bei einer Begegnung vor der Kathedrale der Hauptstadt Brasilia zu dem Bericht eines Magazins befragt, in dem die Ehefrau des Staatschefs in Verbindung mit einer Affäre um die Zweckentfremdung von Staatsgeldern gebracht worden war.

Zeitung empört

O Globo reagierte empört auf Bolsonaros Verbalausfall und betonte, dass der Reporter bei der Befragung des Staatschefs seine Arbeit in „professioneller Weise“ getan habe. Solche Einschüchterung zeige, dass Bolsonaro nicht seine Verpflichtung anerkenne, als Diener des Staates „der Öffentlichkeit Rechenschaft abzulegen“.

Laut dem Bericht des Magazins Crusoe, zu dem die Reporter nachgehakt hatten, soll Michelle Bolsonaro in den Jahren 2011 bis 2016 auf ihrem Bankkonto Zahlungen von dem pensionierten Polizeioffizier Fabrício Queiroz erhalten haben. Queiroz ist mit dem heutigen Staatschef befreundet und war früher als Berater des Präsidentensohns Flavio Bolsonaro tätig.

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Gegen Queiroz und Flavio Bolsonaro ermittelt die Justiz, weil sie Gelder, die für die Gehälter von Staatsbeschäftigten bestimmt waren, für andere Zwecke abgezapft haben sollen. Flavio Bolsonaro war früher Regionalabgeordneter des Bundesstaats Rio de Janeiro, inzwischen gehört er dem Senat in Brasilia an. (APA/AFP)


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