"King" Coman und "Hexer" Neuer als Bayern-Matchwinner im Finale

Dass das Tor des gebürtigen Parisers Kingsley Coman am Ende reichte, lag auch an den Glanzparaden von Manuel Neuer, den das teuerste Sturmduo der Geschichte - Neymar und Kylian Mbappe - nicht bezwingen konnte.

Kylian Mbappe und Co. scheiterten immer wieder am überragenden Manuel Neuer.
© DAVID RAMOS

Lissabon - Der FC Bayern und ÖFB-Star David Alaba dürfen nach 2013 zum zweiten Mal das "Triple" feiern. Ein 1:0-Sieg am Sonntagabend im Finale in Lissabon über Frankreichs Topclub Paris Saint-Germain sicherte dem deutschen Double-Gewinner auch den Triumph in der Champions League. Die Matchwinner im Endspiel waren dabei Torschütze Kingsley Coman sowie Tormann und Kapitän Manuel Neuer.

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Für "King" Coman, der vor 24 Jahren in Paris geboren wurde, war es "der schönste Tag meines Lebens, was den Fußball angeht". Trotzdem verspürte der Franzose "auch einen kleinen, wunden Punkt im Herzen", denn mit seinem Kopfball-Goldtor in der 59. Minute traf er jenen Verein mitten ins Herz, bei dem er 2013 gerade einmal als 16-Jähriger sein Profidebüt gegeben hatte.

"Paris Saint-Germain ist ein großer Verein für mich. Ich bin dort aufgewachsen fußballerisch", erzählte der von der UEFA als "Man of the Match" ausgezeichnete Coman nach dem wichtigsten Tor seiner Karriere, das dem Anlass entsprechend der 500. Münchner Treffer in der Champions League war. "Also, es ist sehr, sehr viel Freude da, aber auch ein ganz klein wenig Trauer", gestand Coman.

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Der Pariser war der einzig Neue in der Bayern-Startelf im Vergleich zum Semifinale. Coach Hansi Flick stellte ihn links vorne anstelle des Kroaten Ivan Perisic auf. Der Bayern-Trainer setzte einfach auf einen Schuss "Extra-Motivation" bei Coman gegen dessen Ex-Club - und dieser Schachzug ging auf.

"Es ist natürlich toll und wir freuen uns alle, dass er das Tor gemacht hat. Wir waren überzeugt davon, dass Kingsley uns helfen kann und andere Aspekte reinbringt", erzählte Flick. An ein Kopfballtor des nur 1,79 Meter großen Coman nach Maßflanke von Joshua Kimmich hatte aber wohl auch Flick dabei nicht gedacht. "So ist Fußball, der schreibt manchmal seine eigenen Geschichten", meinte der Erfolgscoach.

Die Geschichte von Coman, der bei den Bayern schon vor dem Finaltor von jedem "King" genannt wurde, ist speziell - und bleibt spannend. Seit fünf Jahren stürmt er für den deutschen Rekordmeister. Vier davon verbrachte er weitgehend im Schatten der großen Münchner Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribery. Und jetzt, im ersten Jahr nach "Robbery", krönte sich Coman gleich zum König von Lissabon.

Trotzdem blieb der Siegtorschütze bescheiden, der wegen schwerer Verletzungen die WM 2018 in Russland und damit auch den französischen Titelgewinn verpasst hatte. Coman äußerte wegen seines Verletzungspechs damals sogar Gedanken an ein frühes Karriereende. Nach dem Triple zählen für ihn aber nur noch Gegenwart und Zukunft.

Dass Comans Tor am Ende reichte, lag auch an den Glanzparaden von Neuer, den das teuerste Sturmduo der Geschichte - Neymar (222 Mio. Euro Ablöse) und Kylian Mbappe (180 Mio.) - nicht bezwingen konnte. "Manuel Neuer ist auf jeden Fall zum falschen Zeitpunkt in absoluter Topform, und das schon seit Wochen", lobte auch PSG-Trainer Thomas Tuchel den Schlussmann der Münchner in den höchsten Tönen. "Die Qualität von Manuel war heute wieder unglaublich. Er hat das Torwartspiel auf ein neues Niveau gehoben, das steht fest. Er spielt auf seinem allerhöchsten Niveau - leider, für uns."

Schon beim ersten Bayern-Triple vor sieben Jahren war Neuer ein grandioser Rückhalt gewesen, und auch beim deutschen WM-Triumph 2014 in Brasilien hatte er seine Extraklasse unter Beweis gestellt. "Ich habe ein gutes Spiel gemacht, ein super Spiel", wusste auch Neuer nach dem Finale in Lissabon. Flick bemühte sogar einen Superlativ für den einstigen "Hexer von Schalke": "Wir haben Manuel, den weltbesten Torhüter."

Neuer zählt nach seiner langwierigen Fußverletzung vor der WM 2018 nun also wieder zu den Allerbesten seiner Zunft. Und nach langwierigen Verhandlungen hat er seinen Vertrag in München noch einmal bis 2023 verlängert. Dann ist er 37. "Na und?", scherzte Kahn in den Tagen von Lissabon. "Wenn ein Torwart älter wird, wird er nicht schlechter. Manuel Neuer ist jetzt 34 - und Gianluigi Buffon bald 50. Da kann er noch viele Jahre auf hohem Niveau spielen." (APA/dpa)


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