Wetterkapriolen in Italien: Feuer auf Sardinien, Schlammlawinen in Cortina

Schlammlawinen in Cortina d'Ampezzo und Evakuierungen wegen eines riesigen Feuers auf Sardinien: Italien erlebt einen August der Wetter-Gegensätze.

Auf der Ferieninsel Sardinien wüteten nach Feuerwehrangaben mehrere Brände.
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Cagliari, Cortina d'Ampezzo – Während auf Sardinien mehrere Waldbrände toben und bereits Feriendörfer evakuiert wurden, überfluten nach stundenlangem Starkregen in Cortina d'Ampezzo "Straßen zu Flüssen wurden", wie der Bürgermeister von Cortina, Gianpietro Ghedina in italienischen Medien berichtet.

Die Dolomitenregion um den Cortina wurde am Montagabend zum zweiten Mal in Folge von Unwettern heimgesucht. Bereits am Sonntag hatte ein wetterbedingter Erdrutsch eine zeitweise Sperrung der Staatsstraße 51 zur Folge gehabt. Und in der Region Venetien insgesamt hatten riesige Hagelkörner und Wassermassen Millionenschäden angerichtet. Betroffen waren etwa Verona, Padua und Vincenza.

📽 Video | Schwere Unwetter: Cortina von Wassermassen überrascht

Feuer bedrohen Häuser auf Sardinien

Auf der Ferieninsel Sardinien wüteten nach Feuerwehrangaben mehrere Brände. Besonders heikel war die Lage beim Touristenort Budoni an der Ostküste. Dort waren die Flammen eines Macchiabrandes, angetrieben durch Mistralwinde, den Touristensiedlungen gefährlich nahe gekommen. Um die 200 Menschen mussten ihre Häuser räumen. Rund 100 Hektar Wald wurden zerstört.

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Feuerwehrmannschaften und ein Canadair-Flugzeug kämpften stundenlang gegen die Flammen, die in einer der beliebtesten Badeortschaften Sardiniens wüteten. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz. Einige Straßen mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Der Bürgermeister von Budoni, Giuseppe Porcheddu, vermutete, dass der Brand gelegt worden sei. Niemand sei verletzt worden.

📽 Video | Feuersbrunst nahe dem Ort Budoni

Brandstiftung häufig Auslöser für Großbrände

Obwohl die Strafen für Brandstiftung sehr streng sind und vier bis zehn Jahre Gefängnis drohen, sind Feuer nach wie vor eine sommerliche Plage in Italien. Viele werden aus bauspekulativen Gründen gelegt.

Vor allem im Süden wolle man dadurch aber auch die staatliche Aufforstung erzwingen, berichteten Experten. Für die Forstarbeiten würden dann Arbeitslose aus der Region eingesetzt. (APA, TT.com)


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