„Heatmap" zeigt Corona-Regierungsmaßnahmen im Zeitverlauf

Aktuell umfasst die von Forschern des Complexity Science Hub Vienna aufbereitete Sammlung insgesamt 6068 nicht-medizinische Maßnahmen, die zu verschiedenen Zeitpunkten in 56 Ländern eingeführt wurden.

Auf Basis der Datenbank veröffentlichte das Team m Juli bereits eine Art Ranking der bis dahin erfolgsversprechenden Maßnahmen.
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Die gesamte Palette staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie dokumentieren Forscher des Complexity Science Hub Vienna (CSH) seit Monaten in einer umfassenden Datenbank. Nun wurde die aktualisierte Version der auch von der WHO verwendeten „COVID-19 Control Strategies List" (CCCSL) in Fachblatt Data Science veröffentlicht – eine neue „Heatmap"-Darstellung im Zeitverlauf inklusive.

Aktuell umfasst die von einem Team um Projektleiterin Amélie Desvars-Larrive aufbereitete Sammlung insgesamt 6068 nicht-medizinische Maßnahmen, die zu verschiedenen Zeitpunkten in 56 Ländern eingeführt wurden, heißt es am Donnerstag seitens des CSH. Die CCCSL wird laufend erweitert, so etwa im Zuge der nunmehrigen Publikation um eine „Heatmap". Darin lässt sich tabellarisch ablesen, zu welchen Zeitpunkten Länder Maßnahmen gesetzt haben. Ausgehend immer von dem jeweiligen Tag an dem in einem Land erstmals zehn oder mehr Fälle dokumentiert wurden, gibt diese Aufstellung in Ampelfarben an, mit welchem Vorsprung bzw. Verzug eine Maßnahme gesetzt wurde.

Neben 33 europäischen Staaten sind in den CCCSL-Datenbank zwölf asiatische Länder, fünf aus Südamerika, drei aus Afrika, Neuseeland sowie Informationen zu dem von einem großen Covid-19-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess" zu finden. Für die USA lässt sich auf Daten von 24 Bundesstaaten zugreifen.

Beitrag zum besseren Management der Pandemie

„Unseres Wissens ist das bis zum heutigen Tag die detaillierteste Klassifikation von Regierungsmaßnahmen gegen Covid-19", so Desvars-Larrive. Die Wissenschafter teilen die Einzelmaßnahmen in sieben Überkategorien ein. Darunter fallen etwa „Identifikation von Fällen", „Kontaktverfolgung und ähnliche Maßnahmen", „Soziale Distanzierung", „Reiseeinschränkungen" oder als erst kürzlich hinzugefügte Gruppe „Rückkehr zum normalen Leben". Darunter finden sich verschiedene Levels an Unterkategorien.

Die Forscher erhoffen sich, durch ihre Datensammlung einen Beitrag zum besseren Management der weltweiten Pandemie leisten zu können, und stellen ihre Arbeit öffentlich zu Verfügung. Auf Basis der Datenbank veröffentlichte das Team vom CSH im Juli bereits eine Art Ranking der bis dahin erfolgsversprechenden Maßnahmen. Social Distancing, die Schließung von Bildungseinrichtungen und die verbesserte Verfügbarkeit von Schutzausrüstung landeten in der noch nicht von Fachkollegen überprüften Analyse auf den Rängen eins bis drei. (APA)


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